Wirtschaft : Betrugsfall Flowtex: Millionenfund gesichert

jkn

Die Gläubiger im Betrugsfall der Ettlinger Firmengruppe Flowtex dürfen auf mehr Geld hoffen: Laut Insolvenzverwalter Eberhardt Braun wurden bisher rund 300 Millionen Mark sichergestellt. Weitere 250 Millionen Mark flössen in absehbarer Zeit auf das Konto des Insolvenzverwalters: "Die ursprünglich genannte Quote von fünf bis zehn Prozent werden wir sicher erreichen." Die Flowtex-Eigner Manfred Schmider und Klaus Kleiser haben mit nicht existenten Bohranlagen Banken und Leasinggesellschaften um rund vier Milliarden Mark geprellt.

Insgesamt sei die Sicherung der Werte besser gelaufen als zunächst gedacht, sagte Braun. Größter Brocken war dabei das Vermögen von Schmiders Ehefrau Inge. Über einen Vergleich sicherte sich Braun fast 250 Millionen Mark. Den Vergleich begründete Braun mit einem gewissen Risiko im Falle eines Prozesses gegen Inge Schmider. Die Liste der sichergestellten Werte ist eindrucksvoll: Schmuck mit einem Versicherungswert von 27 Millionen Mark, 34 Millionen Mark an flüssigen Mitteln und Wertpapieren sowie Kunst mit einem Wert von 20 Millionen Mark. Weiter wurden Immobilien mit einem Schätzwert von 95 Millionen Mark gesichert, darunter ein Chalais in St. Moritz, das Experten auf rund 21 Millionen Mark taxierten. "Und wie bei Schweizer Berghütten üblich, finden sie dort eine adäquate Bebilderung", sagte Braun in Anspielung auf mehrere dort gefundene Bilder des Malers Marc Chagall. Deutlich widersprach Braun der Darstellung des deutsch-syrischen Kaufmanns Mohammed Yassin Dogmoch. Dieser sieht sich als Opfer im Betrugsfall Flowtex. "Dogmoch ist mit 137 Millionen Mark der jetzt noch größte Nutznießer des Flowtex-Betrugs", sagte Braun. Der Verdacht, dass Dogmoch am Betrugsfall Flowtex beteiligt sei, dränge sich auf.

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