Wirtschaft : Bewährungsstrafen im Sachsenmilch-Prozeß

Gericht verurteilt Ex-Südmilch-Manager und Roland Ernst

RÜSSELSHEIM (dpa).Die Adam Opel AG steht möglicherweise vor weitreichenden Personalentscheidungen.Die deutsche Tochter des amerikanischen Automobilriesen General Motors (GM) hat am Montag Überkapazitäten in der europäischen Automobilindustrie eingeräumt.Es seien aber noch keine Entscheidungen über den Abbau von Kapazitäten oder Arbeitsplätzen getroffen worden, hieß es in Rüsselsheim. "Opel hat weder in Deutschland noch in Europa Entscheidungen getroffen, Kapazitäten zu reduzieren oder Personal abzubauen.Richtig ist allein, daß Opel, wie andere Volumenhersteller auch, derzeit die offensichtlichen Überkapazitäten in der europäischen Automobilindustrie analysieren und sich auf möglicherweise notwendige Anpassungen einstellen muß." Mit dieser Stellungnahme reagierte Opel auf einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", wonach möglicherweise 10 000 Arbeitsplätze - 2 000 alleine im Motorenwerk Kaiserslautern - gefährdet seien. Zu Spekulationen über den Abbau einer von zwei Fertigungslinien im Stammwerk Rüsselsheim wollte das Unternehmen keine konkreten Aussagen machen.Auch der Betriebsrat gab dazu keine Stellungnahme ab.Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Rudolf Müller, und sein Stellvertreter Klaus Franz, nahmen am Montag an einer ganztägigen außerordentlichen Aufsichtsratssitzung teil. Die Gerüchte über Stellenstreichungen bei Opel stehen im Zusammenhang mit einem ständig rückläufigen Marktanteil in Deutschland.Vor allem Qualitätsmängel haben in der Vergangenheit das Image der GM-Tochter negativ beeinträchtigt.Im Streit um die finanzielle Stärkung vor allem der deutschen Standorte hatte der Entwicklungsvorstand Jürgen Stockmar nach nur zweieinhalbjähriger Tätigkeit seinen Rücktritt erklärt.In der vergangenen Woche akzeptierte der Aufsichtsrat das Ausscheiden des ehemaligen Audi- Entwicklers aus dem Opel-Vorstand.Nachfolger wurde sein bis dahin stärkster Kontrahent, GM-Vizepräsident Peter Hanenberger. Ende 1990 waren bei der Adam Opel AG noch 57 489 Personen beschäftigt.Ende vergangenen Jahres zählte die Belegschaft nur noch 44 695 Männer und Frauen.Im gleichen Zeitraum ging die Produktion von kompletten Fahrzeugen und Fahrzeugteilesätzen von 1,35 Millionen auf 1,18 Millionen Einheiten zurück.Möglicherweise wird der Vorstand auf der an diesem Donnerstag anberaumten Bilanzpressekonferenz näheres über die künfigte Personalentwicklung darlegen.dpa pa uw

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