Wirtschaft : Bewag: Ausschluss aus dem M-Dax möglich

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Die Aktien des Berliner Stromversorgers Bewag könnten noch in diesem Herbst aus dem Börsenindex M-Dax gestrichen werden. Dies bestätigte eine Sprecherin der Deutschen Börse in Frankfurt (Main) dieser Zeitung am Donnerstag. Weil nur noch knapp zehn Prozent der Aktien der Bewag frei gehandelt werden und damit die Untergrenze der Index-Bestimmungen von 20 Prozent "weit unterschritten" sei, sagte die Sprecherin, werde der Zulassungsausschuss der Börse bei seiner kommenden Sitzung im November über den Verbleib der Bewag in dem wichtigen Index entscheiden. Hauptgesellschafter der Bewag sind mit gleich großen Anteilen der amerikanische Konzern Mirant und die Hamburgische Electricitätswerke AG (HEW). HEW wird durch den schwedischen Staatskonzern Vattenfall kontrolliert. Weitere institutionelle Anleger, die Aktienpakete im einstelligen Bereich kontrollieren, gibt es nach Ansicht von Unternehmensbeobachtern nicht.

Anlässlich der Bilanzvorlage der Bewag am Donnerstag gab Vorstandschef Dietmar Winje bekannt, dass man den Eigentümern für das zurückliegende Geschäftsjahr 2000/2001 mit 0,58 Euro je Aktie eine leicht erhöhte Dividende zahlen wolle. Der Gewinn des zurückliegenden Geschäftsjahres lag bei knapp 130 Millionen Euro (254 Millionen Mark). Aus dem Verkauf von Strom und Wärme in Berlin und außerhalb der Stadt, durch Stromhandel und Netznutzungsgebühren von anderen Anbietern erwirtschaftete die Bewag im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,98 Milliarden Euro, 13 Prozent mehr als im Jahr davor. Gewinn und Umsatz, sagte Winje, sollen auch im laufenden Geschäftsjahr gesteigert werden. Derzeit zählt der Berliner Energieversorger rund 5300 Mitarbeiter, im Jahr zuvor waren es noch 6300.

Die Bewag hat in dem Berichtszeitraum zwar rund sieben Prozent weniger Strom in Berlin verkauft, was auf Einsparungen der Kunden und Vertragswechsel der angestammten Kunden zurückzuführen ist. Den Verlust habe man allerdings durch die Akquise bundesweiter Kunden mehr als kompensieren können, sagte der Bewag-Chef.

Weil die Rohstoffkosten gestiegen sind, müssen auch die Bewag-Privatkunden mit einer Preissteigerung rechnen. Winje sagte, dass man in den kommenden sechs Wochen prüfen werde, welche Auswirkungen die Kostensteigerung auf den Strompreis für Haushalte haben wird. Bei Industrie- und Gewerbebetrieben seien Preissteigerungen bereits jetzt durchgesetzt worden.

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