Wirtschaft : Bewag baut auf neue Strom-Technolgie

BERLIN (gih).Berlin hat im vergangenen Jahr mit dem Gas- und Dampfkraftwerk in Berlin-Mitte das Feinste an moderner Energietechnik erhalten, da kommt der nächste Leckerbissen.Unter der Führung der Bewag wurde jetzt der Kaufvertrag über eine 250 Kilowatt starke Brennstoffzelle - die erste dieser Art in Europa - geschlossen.Die Technik ist, wie berichtet, derzeit der Hoffnungsträger für die künftige Energieversorgung - ob nun mobil im Auto oder stationär.In der Bewag-Hauptverwaltung wurde am Freitag der Vertrag in Anwesenheit der Projektpartner und Senator Peter Strieder (SPD) noch einmal symbolisch unterschrieben.

Da viele Energieversorger Interesse an der Technik haben, schlossen sich hierzu die Bewag, die Hamburgischen Electricitätswerke (HEW), die Preussenelektra, die Vereinigten Energiewerke AG (VEAG), Berlin, und der französische Stromriese Electricite¿ de France (EDF) zusammen.Die neue Anlage, die von der Altstom Energietechnik GmbH, Frankfurt (Main) geliefert wird, soll 7,5 Mill.DM kosten.40 Prozent der Kosten werden mit EU-Fördergeldern gedeckt.Peter Strieder, Senator für Stadtentwicklung, Umweltschutz und Technologie, bot den Beteiligten an, ernsthaft über eine Förderung des Projekts zu verhandeln."Wenn es eine abgasfreie Energieform gibt, muß man sie unterstützen", sagte Strieder.

Die Zelle ist für das Heizwerk Treptow vorgesehen, sie soll mit Erdgas betrieben werden.Mit den Brennstoffzellen sollen aus Wasserstoff und Sauerstoff Strom und Wärme gewonnen werden, als Abfallprodukt entstehe nur heißes Wasser.Nur: Wasserstoff steht in der Natur nicht freistehend zur Verfügung, er muß erst aus dem Erdgas abgespalten werden.Dies geschieht in einem "Reformer", in einem Gerät, das - so hofft die Fachwelt - später überflüssig wird, wenn die Energieversorgung des nächsten Jahrtausends auf Wasserstoff umgestellt ist.

Mit diesem Verfahren braucht man keine heiße Verbrennung mehr, um Wasser zu Dampf zu wandeln und diesen über Turbinen zu leiten.Ein herkömmliches Dampfkraftwerk "verstromt" etwa 40 Prozent des Brennstoffs, die Zelle kommt auf über 50 Prozent, sie ist zudem sauberer und leiser.

Den Wasserstoff kann man mit Strom auch aus Wasser gewinnen.So soll in Treptow versuchsweise eine Photovoltaikanlage installiert werden, die aus Sonnenlicht Strom erzeugt, mit dem Wasser zerlegt und daraus Wasserstoff direkt für die Brennstoffzelle produziert werden kann.Ein Umweg, der Forschungszwecken dient.Ökologisch wird das Ganze erst, wenn der Strom für den Wasserstoff aus regenerativen Quellen stammt - beispielsweise über Solarzellen.

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