Wirtschaft : Bewag baut den Stromhandel aus

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Der Berliner Energieversorger Bewag will die Dividende von 0,58 Euro im laufenden Geschäftsjahr halten, obwohl weniger Gewinn erwartet wird. Das "niedrigere Ergebnis vor Ertragssteuern wird neben der Ausschüttung einer Dividende in Vorjahreshöhe voraussichtlich auch eine weitere Stärkung der Unternehmenssubstanz zulassen," teilte Finanzvorstand Bernd Balzereit bei der Vorlage der Halbjahreszahlen mit.

Von Juli bis Dezember wuchs nach Firmenangaben der Bewag-Vorsteuergewinn um 34,9 Prozent auf 171 Millionen Euro. Darin enthalten sind Ausgleichszahlungen in Höhe von 55 Millionen Euro, die das Unternehmen für die Einspeisung von Strom aus umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erhielt. Bewag ist dergrößte Energieerzeuger in Deutschland auf Basis solcher Anlagen. Das Gewinnplus im vergangenen Halbjahr ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Bewag weniger in die Restrukturierung des Unternehmens investiert hat.

Der Umsatz im Stromvertrieb stieg nach Unternehmensangaben um 2,6 Prozent auf 618 Millionen Euro, in der Fernwärme legte der Umsatz um 4,5 Prozent auf 202 Millionen Euro zu. Stark ausgebaut wurde zudem der Stromhandel an der Strombörse, der mit 483 Millionen Euro das Sechsfache des vergleichbaren Vorjahreszeitraums erreichte.

Im Geschäftsjahr 2001/2002 erwartet die Bewag, die seit Februar über die Hamburgischen Electricitätswerke (HEW) zur schwedischen Vattenfall-Gruppe gehört, mit weiter steigendem Stromabsatz. Auch der Stromhandel soll ausgebaut werden, hieß es am Mittwoch. Gewinne aus dem Handel sollen steigende Brennstoffpreise und Strombezugskosten kompensieren.

Vattenfall hatte erst vor wenigen Tagen in Berlin bekräftigt, bis Herbst dieses Jahres die so genannte neue dritte Kraft unter den führenden deutschen Stromkonzernen zu schmieden. Organisatorisch wie operativ sollen dann unter Führung einer neuen Holding die Bewag, HEW sowie die ostdeutschen Braunkohleverstromer Veag und Laubag zusammengeführt sein. Noch offen ist, wie viele Arbeitsplätze im Zuge dieser Zusammenlegung überflüssig werden. Die erwarteten jährlichen Spareffekte beziffert Vattenfall auf 400 Millionen Euro.

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