Wirtschaft : Bewag: Betriebsrat droht dem Senat

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Die Betriebsräte der Energieversorgungsunternehmen aus Ostdeutschland, Berlin und Hamburg werfen Berlins Regierendem Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) "Untätigkeit" und "Desinteresse an Arbeitsplätzen" in der Bundeshauptstadt vor. Der Betriebsratsvorsitzende des Berliner Stromversorgers Bewag, Herbert Strobel, sagte dem Tagesspiegel am Donnerstag, dass Diepgen die Zukunft der Stromversorger Bewag und Veag in Berlin "fahrlässig" aufs Spiel setze, wenn er noch länger die Verhandlungen zur Übernahme der Aktienmehrheit der Bewag durch den Hamburger Stromversorger HEW blockiere. Zwei Wochen, bevor die Bieterfrist zum Erwerb der ostdeutschen Stromunternehmen Veag, Laubag, Mibrag und Envia endet, könnten sich Bewag und HEW nicht über ein gemeinsames Angebot einigen, weil der Berliner Senat "keine Entscheidungen" treffe. Das Land Berlin blockiert seit dem Spätsommer den Verkauf der Bewag-Aktien des Stromkonzerns Eon an HEW durch eine einstweilige Verfügung.

Strobel bezeichnete es als "politisch grob fahrlässig", dass Diepgen gut eine Woche, nachdem ihn die Betriebsräte der Stromunternehmen in einem gemeinsamen Brief um Unterstützung baten, noch nicht einmal geantwortet habe. Wenn die Vorstände der Bewag und des Hamburger Versorgers HEW nicht binnen Wochenfrist zu einem gemeinsamen Angebot für die ostdeutschen Strom-Unternehmen kämen, erlitten die Versorger "schwere Wettbewerbsnachteile" im Markt. Das koste Berliner Arbeitsplätze. Man werde Diepgen dann zur Rechenschaft ziehen, sagte der Betriebsrat. Die offizielle Bieterfrist zum Verkauf der Unternehmsanteile der Stromkonzerne RWE AG und Eon AG an der Berliner Veag-Gesellschaft endet am 15 November.

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