Wirtschaft : Bewag geht in Leipzig leer aus

MANFREDSCHULZE DANIEL WETZEL

LEIPZIG/BERLIN .Der Bewag geht bei der Privatisierung der Stadtwerke Leipzig leer aus.Oberbürgermeister Hinrich Lehmann-Grube erklärte am Mittwoch vor den Stadträten der Messestadt, daß die Mitteldeutschen Energieversorung AG (MEAG) das 40prozentige Aktienpaket erhalten solle.Nach eingehender Prüfung der zahlreichen Angebote stehe fest, daß die Meag "hinsichtlich Preis und den gemeinschaftlichen Interessen mit Abstand das beste Angebot" gemacht habe.Der Stadtrat sei aufgefordert, dazu sein Votum abzugeben, aber es gebe jetzt nichts mehr nachzuverhandeln.Die MEAG, mehrheitlich im Besitz von den Vereinigten Elektrizitätswerken Westfalen (VEW), soll zum 1.Januar 1998 in die Besitzrechte eintreten und nach Wirksamwerden des Vertrages 420 Mill.DM in die Stadtkasse zahlen.

Bewag-Sprecher Reinhard Heitzmann erklärte am Donnerstag, die Niederlage im Bieterverfahren sei "kein Beinbruch" für den Berliner Stromversorger.Nach seiner Auffassung habe der Kaufpreis in dem Verfahren nur eine untergeordnete Rolle gespielt: "Wir glauben, daß vor allem unsere Forderung nach unternehmerischer Mitverantwortung nicht akzeptiert worden ist." Als reine Kapitalanlage hätte sich die Investition für die Bewag aber nicht gerechnet.Auf die Frage, ob die Bewag bei nahezu stagnierendem Strom- und Wärmeabsatz nicht auf externes Wachstum angewiesen sei, sagte Heitzmann: "Es wird weitere Möglichkeiten für Unternehmens-Akquisitionen geben."

MEAG-Vorstand Norbert Wenner kündigte an, daß die MEAG durch die Neugründung von Beteiligungsgesellschaften in Leipzig zusätzlich 200 bis 250 Arbeitsplätze schaffen wolle.Als Beispiele für mögliche Aktivitäten nannte er ein Call Center, Dienstleistungen im Energiebereich und die Datenverarbeitung.Die Beteiligung der MEAG soll den Leipziger Stadtwerken, die im vergangenen Jahr bei 725 Mill.DM Umsatz erstmals einen Gewinn von 24 Mill.DM auswiesen, auch bei einem liberalisierten Strommarkt Wettbewerbsfähigkeit sichern.Zwar sei über konkrete Stromlieferungen noch nichts vereinbart, doch seien schon durch einen Querverbund Kosteneinsparungen möglich, hieß es.

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