Wirtschaft : Bewag gelingt ein neuer Gewinnsprung

Halbjahresbilanz des Stromversorgers: Ergebnis-Plus von 30 Prozent BERLIN (dw).Der Berliner Energieversorger Bewag hat die gute Entwicklung des letzten Geschäftsjahres nahtlos fortgesetzt.Im ersten Halbjahr des neuen Geschäftsjahres 1997/98 (30.Juni) gelang dem Unternehmen trotz sinkender Erlöse aus dem Stromgeschäft ein Gewinnsprung von rund 30 Prozent auf 190 Mill.DM.Ob diese Steigerung des Vorsteuerergebnisses im gesamten Geschäftsjahr durchgehalten werden könne, ließ Bewag-Vorstandschef Dietmar Winje am Dienstag abend noch offen.Jedoch präzisierte er die ehrgeizigen Ziele des Stromversorgers: So soll die Eigenkapitalrendite der Bewag innerhalb der nächsten fünf Jahre auf zehn bis 15 Prozent erhöht werden.Zur Zeit betrage sie 6,3 Prozent.Wie in den Vorjahren kündigte Winje auch diesmal für 1998 eine Dividende "mindestens auf Vorjahresniveau" an.1997 wurden pro 5-DM-Aktie eine DM ausgeschüttet. Winje betonte, daß der ehemals teuerste deutsche Stromversorger inzwischen zu den günstigsten gehöre.Bei dem jüngsten Strompreisvergleich des Bundesverbandes der Energieabnehmer (VEA) nehme die Bewag mit einem Durchschnittspreis von 17,75 Pfennig pro Kilowattstunde den 17.Platz unter den 50 Stromversorgern des alten Bundesgebietes ein."Damit liegen die Industriestrompreise in Berlin erstmals unter dem Durchschnitt der westdeutschen Energieversorger", sagte Winje.Im Vergleich mit 15 Versorgern der neuen Länder sei die Bewag vom letzten auf den ersten Platz aufgerückt. Der Berliner Gasversorger Gasag, der künftig mehrheitlich dem französischen Staatskonzern Gaz de France (Paris) gehört und an dem die Bewag ihre Anteile auf 24,99 Prozent aufstockt, solle möglichst schnell in die Gewinnzone geführt werden, erklärte Winje.Bis spätestens 2001 solle die Gasag keine roten Zahlen mehr schreiben."Wir werden alles tun, damit die Gasag schneller schwarze Zahlen schreibt", sagte Winje.Es müsse zuvor aber noch ein erheblicher Verlustvortrag abgebaut werden. Nach dem Kauf der Gasag-Anteile sei er sicher, daß kartellrechtliche Fragen schnell gelöst werden können.Die vom Bundeskartellamt befürchtete Marktbeherrschung auf dem Berliner Wärmemarkt sieht Winje nicht.Die Bewag wolle ihren bisherigen Anteil von 30 Prozent auf dem Wärmemarkt der Hauptstadt in etwa halten.Es sei betriebswirtschaftlich unsinnig, weitere Fernwärmegebiete zu erschließen."Wettbewerb findet nicht zwischen Gas und Fernwärme, sondern zwischen Gas einerseits und Kohle und Ölheizungen andererseits statt", sagte Winje.Dies könne man gegenüber dem Bundeskartellamt auch belegen.Die Bewag sehe keine Notwendigkeit, sich von der Fernwärme zu trennen. Im aktuellen Aktionärsbrief heißt es weiter, die Bewag wolle steigende Gewinne in neuen Feldern erwirtschaften.Nur so könnten Renditeziele erreicht werden.Beteiligungen sollten eine Nähe zu den Kerngeschäften aufweisen.Die Privatisierungen von Stadtwerken in Mitteleuropa und in den baltischen Staaten würden sehr genau beobachtet.Winje sprach von einem "langen Weg" im Osteuropageschäft.

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