Wirtschaft : Bewag gleicht Absatzschwäche aus

Nachfragerückgang durch Kostensenkung überkompensiert BERLIN (dw).Der Berliner Energieversorger Bewag hat in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres ein rückläufiges Strom- und Wärmegeschäft erwartungsgemäß mit Kostensenkungen ausgleichen können.Das Ergebnis vor Steuern ist mit 172 Mill.DM gegenüber dem Vorjahreszeitraum "nahezu gleichgeblieben", teilte das Unternehmen in einer Mitteilung an die Aktionäre am Donnerstag mit.Für das laufende Geschäftsjahr 1996/97 bleibt der Energieversorger optimistisch: Man rechne mit einem Jahresergebnis "mindestens auf Vorjahresniveau", so der Aktionärsbrief. Bewag-Sprecher Reinhard Heitzmann erklärte, daß der Rückgang der Nachfrage nach Hoch- und Mittelspannungsstrom um 4,6 Prozent vor allem konjunkturelle Gründe habe.Maßnahmen zur Energieeinsparung im Ostteil Berlins hätten darüberhinaus zum Nachfragerückgang beigetragen.Insgesamt sei der Stromabsatz um 1,2 Prozent zurückgegangen.Durch Maßnahmen zur Kostensenkung sei diese Entwicklung jedoch "mehr als kompensiert worden", betonte Heitzmann.So habe sich der Materialaufwand um 225 Mill.DM oder 25,4 Prozent auf 663 Mill.DM reduziert.Noch deutlich sanken die Ausgaben für Brennstoffe um 47,6 Prozent auf 264 Mill.DM.Nach einem planmäßigen Abbau von 328 Arbeitsplätzen auf 9614 zum Jahresende habe sich auch der Personalaufwand um 19 Mill.DM oder 3,4 Prozent auf 544 Mill.DM verringert.Das Kostensenkungsprogramm der Bewag, nach dem künftig in jedem Jahr rund 500 Mill.DM eingespart werden sollen, sei erfolgreich, sagte der Unternehmenssprecher.Die Bewag sei stolz darauf, die konjunkturellen Geschäftseinbußen durch Kostenmanagement überkompensiert zu haben. Das Unternehmen weist in seinem Aktionärsbrief darauf hin, daß die um rund 16 Prozent steigende Konzessionsabgabe an das Land Berlin die Bewag auch 1997 "starken Belastungen" aussetze, die durch weitere Effizienzsteigerungen abgefangen werden müßten.Unternehmenssprecher Heitzmann wies jedoch darauf hin, daß dies keine Beschleunigung des Kostensenkungsprogrammes bedeute.Dieses laufe weiter wie geplant.Zum Verkauf der Landesmehrheit am Bewag-Aktienpaket wollte das Unternehmen keine Stellungnahme abgeben.Heitzmann betonte jedoch nochmals, daß die Bewag an einem zügigen Abschluß der Verkaufsverhandlungen interessiert sei.Die Senatsverwaltung für Finanzen hatte am Donnerstag erklärt, mit einem Verkauf des Aktienpaketes sei im Februar nicht mehr zu rechnen.Nach ursprünglicher Rechtsauffassung können die erwarteten Milliardenerlöse damit nicht mehr rückwirkend in den defizitären Haushalt des Landes Berlin für das Jahr 1996 eingestellt werden.Senatssprecher Frank Zimmermann sagte am Donnerstag jedoch, es gebe Möglichkeiten, die Erlöse noch bis zur Jahresmitte 1997 für den Haushalt 1996 zu verbuchen.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben