Wirtschaft : Bewag ist sparsam und erhöht den Gewinn

BERLIN (dw).Berlins Energieversorger Bewag hat im ersten Halbjahr des neuen Geschäftsjahres 1998/99 bei rückläufigem Umsatz erneut mehr Gewinn erzielt.Wie das Unternehmen am Freitag in einem Aktionärsbrief mitteilte, stieg das Ergebnis vor Steuern in der zweiten Jahreshälfte 1998 um 6,3 Prozent oder 17 Mill.DM auf insgesamt 292 Mill.DM.Grund für den Erfolg waren vor allem Einsparungen bei Material- und Personalkosten.Der Wettbewerb auf dem Energiemarkt macht sich gleichwohl bemerkbar: Um Kunden zu halten, wurden Preiszugeständnisse erforderlich, die dazu beitrugen, daß die Umsatzerlöse im Stromgeschäft um 1,9 Prozent auf 1,52 Mrd.DM fielen.Die Umsatzerlöse im gesamten Konzern gingen um 0,7 Prozent auf 1,95 Mrd.DM zurück.Nicht zuletzt wegen der ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben Großkunden im Hoch- und Mittelspannungsbereich rund 2,1 Prozent weniger Strom abgenommen, als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.Immerhin legte der Verbrauch bei Haushaltskunden wegen des kühleren Herbstwetters um 3,0 Prozent zu.Im Saldo verkaufte die Bewag in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 0,8 Prozent mehr Strom, als im Vorjahr.Im Wärmegeschäft wuchsen die Erlöse mit 8,1 Prozent stärker, als der Absatz (plus 5,1 Prozent).Mit ihrem Kostensenkungsprogramm war die Bewag wiederum erfolgreich.Die Zahl der Beschäftigten wurde sozialverträglich um 513 auf 8701 abgebaut - ein Rückgang um 5,6 Prozent.Damit sank der Personalaufwand um 16 Mill.DM oder 2,7 Prozent auf 561 Mill.DM.Der Materialaufwand ging um 5,5 Prozent auf 561 Mill.DM zurück, weil die Bewag weniger auf Fremdleistungen zurückgreifen mußte.

Die Performance im ersten Halbjahr bewertete der Bewag-Vorstand als "zufriedenstellend".Im weiteren Jahresverlauf würden sich Preissenkungen für die Berliner Kunden "zunehmend auf die Erträge auswirken." Dennoch werde man die Produktivität weiter steigern, sodaß die Rücklagen weiter erhöht und die Dividende von einer DM pro Aktie gehalten werden könne.Die Bewag-Aktie verzeichnete in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres einen Anstieg von 12,8 Prozent.Wegen des zunehmenden Drucks von Wettbewerbern und einer Verkaufsempfehlung der Berliner Bankgesellschaft gab der Kurs in jüngster Zeit jedoch auf rund 19,70 Euro nach.

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