Wirtschaft : Bewag kann Monopol vorerst verteidigen

BERLIN (asi).Der Berliner Energieversorger Bewag bleibt im April der einzige Stromversorger des Westens der Hauptstadt.Das Berliner Abgeordnetenhaus, das einen Stromvertrag mit dem Energieversorger Baden-Württemberg (EnBW) abgeschlossen hatte und von diesem ab ersten April versorgt werden sollte, bezieht bis auf weiteres den Strom von der Bewag.Wie zu erfahren war, hat das Bundeskartellamt am Ende dieser Woche darauf verzichtet, die Durchleitung von Strom der EnBW in das Berliner Netz kurzfristig anzuordnen.

Dem Berliner Stromversorger wurde von den Wettbewerbshütern jedoch aufgegeben, ihre Argumente bis zum 15.April zu konkretisieren.Die Bewag hatte bisher alle Durchleitungsbegehren in den Westteil der Stadt mit dem Argument abgelehnt, daß bis Ende 2000 sämtliche Leitungskapazitäten ausgenutzt seien.Eine weitere Auslastung der 380 Kilovolt-Leitung aus Westdeutschland würde die Sicherheit der Stromversorgung in der Stadt gefährden, argumentierte die Bewag.Die technischen Reserven dieser Leitung würden im Notfall selbst benötigt.Diese Restriktionen würden bis zur Fertigstellung eines zweiten Anschlusses an das Verbundnetz der Vereinigten Energiewerke AG (Veag) in Neuenhagen Ende nächsten Jahres fortbestehen.

Das Kartellamt will nun jedoch prüfen, ob die Stromverträge der Bewag mit der Veag, die den größten Teil der Kapazitäten der 380-Kilovolt-Leitung belegen und eine Laufzeit von zwanzig Jahren haben, kartellrechtlich relevant sind.Nach Ansicht der EnBW begründet die von der Bewag behauptete technische Unmöglichkeit der Stromdurchleitung den "Verdacht des Mißbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung".

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