Wirtschaft : Bewag-Konflikt: Ganz oder gar nicht (Kommentar)

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Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen, macht den Eigentümerwechsel der Bewag zur Chefsache. Das klingt markig. Und Diepgen macht aus seiner Vorliebe für Southern Energy kein Hehl. Woher weiß Diepgen, dass Southern den besseren Strom herstellt als der schwedische Konkurrent Vattenfall? Woher weiß er, dass die Amerikaner freundlicher zu den Mitarbeitern sind als die Nordeuropäer? Land und Kommunen haben den Auftrag, alle Haushalte mit Strom zu versorgen. Das galt früher. Mit der Privatisierung der Bewag vor drei Jahren hat das Land Berlin die Idee verabschiedet, Strom sei ein öffentliches Gut. Das war eine gute Entscheidung - für Wettbewerb und Verbraucher. Wenn das so ist, hat Diepgen jetzt die falsche Konsequenz gezogen. Oder er hat es doch nicht so ernst gemeint mit der Bewag-Privatisierung: Nicht zur Chefsache, sondern zur Marktsache sollte er den Bewag-Verkauf machen. Kauf und Verkauf obliegt der freien Entscheidung von Vertragspartnern. Und die Akteure Eon und Vattenfall sind sich einig - ohne erkennbare Verletzung alter Verträge. Was will Herr Diepgen mehr?

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