Wirtschaft : Bewag setzt sich im Kartellstreit zur Wehr

BERLIN (hej/asi). Der Berliner Energieversorger Bewag hat in seiner am Donnerstag abend fristgerecht eingereichten Stellungnahme für das Bundeskartellamt seine Position bekräftigt, aus technischen und rechtlichen Gründen zunächst keinen fremden Strom durch sein Netz zu leiten. Aufgrund von Kapazitätsbeschränkungen könne die Hochspannungsleitung nach Teufelsbruch nur mit maximal 400 Megawatt belastet werden, ansonsten sei die Versorgungssicherheit der Stadt gefährdet. Diese Kapazitäten beansprucht die Bewag jedoch für sich selbst: 280 Megawatt bezieht sie ständig vom ostdeutschen Stromversorger Veag, 120 Megawatt werden kostengünstig auf dem Strommarkt eingekauft. Das Bundeskartellamt hatte die Bewag in der vergangenen Woche abgemahnt, kurzfristig Strom von Konkurrenzunternehmen in ihr Hochspannungsnetz einzuleiten. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.Wie ein Bewag-Sprecher am Freitag bekräftigte, werde der Berliner Versorger aber keinesfalls mehr als 400 Megawatt durch die Hochspannungsleitung leiten. Sollte das Kartellamt eine entsprechende Verfügung erlassen, werde man sich weigern. Die Bewag verweist auf eine entsprechende Anordnung der Energieaufsichtsbehörde des Landes Berlin, die Leitung nicht stärker zu belasten. Die baden-württembergische EnBW hat jedoch bereits beim Berliner Verwaltungsgericht gegen diese Anordnung geklagt. Die RWE Energie AG, ein weiterer Konkurrent der Bewag, sieht dagegen vorerst von einer Klage ab.Sollte die Wettbewerbsbehörde die Bewag hingegen dazu zwingen, auf die 120 Megawatt, die sie am freien Markt einkauft, zu Gunsten der Konkurrenzunternehmen zu verzichten, werde das Unternehmen aller Voraussicht nach vor dem Kammergericht klagen. Zudem wolle man neben den Durchleitungsgebühren auch noch entsprechende Ausgleichszahlungen von den Wettbewerbern verlangen.In dem Durchleitungsstreit zwischen der Bewag und dem Kartellamt geht es um die Frage, ob die Bewag Konkurrenzstrom durch ihr Netz leiten muß. Zahlreiche Firmenkunden haben bereits Stromverträge mit den Bewag-Wettbewerbern, allen voran RWE und EnBW, geschlossen, die ihren Strom deutlich günstiger als die Bewag anbieten.

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