Wirtschaft : Bewag-Streit: Mirant greift den Senat an

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Der amerikanische Bewag-Eigentümer Mirant (vormals Southern Energy) hat am Freitag überraschend den Senat von Berlin beschuldigt, Verantwortung für den andauernden Streit um die Anteile am Berliner Stromversorger Bewag und die Bildung eines "vierten großen" deutschen Versorgungsunternehmens zu tragen. In einem dieser Zeitung vorliegenden Brief wirft Mirant-Manager Jason Harlan dem Regierenden Bürgermeister, Eberhard Diepgen, vor, "die Chance zu einer einvernehmlichen Lösung vertan" zu haben, weil er sich geweigert habe, rasch dem Kompromissvorschlag zur Lösung des Eigentümerstreits zuzustimmen. Die Stromversorger Eon (Verkäufer von 49 Prozent der Bewag-Aktien) und HEW hatten Mirant aufgefordert, bis Mittwochnacht einem Vorschlag zuzustimmen, der die hälftige Aufteilung der Bewag-Anteile von Eon unter HEW und Mirant vorsieht. Mirant hatte dem Kompromiss unter dem Vorbehalt zugestimmt, dass auch der Senat zustimmt. Das Land Berlin besteht jedoch auf weitergehenden Verpflichtungen von Mirant, sich langfristig und konkret zur Bildung der "vierten" Kraft mit HEW und Veag/Laubag zu verpflichten.

Wie aus Kreisen des amerikanischen Investors Mirant zudem am Freitag verlautete, sei man nicht bereit gewesen, auf eine Put-Option zu verzichten, die Mirant seit den späten neunziger Jahren gestattet, sich unproblematisch aus der Bewag zurückzuziehen. Eon und der Senat hatten den Verzicht auf diese Option in dem Kompromisspapier gefordert, um Mirant stärker an den Standort zu binden.

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