Wirtschaft : Bewag-Streit: Southern Energy bietet Kompromiss an

Im Bewag-Streit hat der US-Konzern Southern Energy dem Konsortialpartner Eon ein Schiedsverfahren vorgeschlagen. Dadurch solle innerhalb weniger Wochen eine verbindliche Lösung für den Verkauf der Bewag-Anteile herbeigeführt werden, erklärte Deutschland-Chef Jason Harlan am Montag in Berlin. Der Aufbau eines wirklich unabhängigen ostdeutschen Stromkonzerns von europäischer Dimension dürfe nicht durch langwierige juristische Auseinandersetzungen erschwert werden.

Eon hat sein Bewag-Paket von 49 Prozent (52,2 Prozent der Stimmrechte) zum 1. Januar 2001 an die Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW) verkauft. Southern will es selbst übernehmen und hat eine einstweilige Verfügung dagegen erwirkt. Eon kündigte Beschwerde an. Das Land Berlin hat den Verkauf ebenfalls gerichtlich blockiert. Harlan verweist darauf, dass der zwischen Southern und Eon geschlossene Konsortialvertrag für Differenzen zwischen den Partnern ein Schiedsverfahren vorsehe. Weil die gerichtliche Durchsetzung der Rechte von Southern Monate dauern könne, werde ein schnelles Schiedsverfahren angestrebt. Die Bestätigung der Rechte an den Bewag- Anteilen sei die Voraussetzung einer gemeinsamen Basis für Verhandlungen. Der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) sei über den Schritt unterrichtet worden.

Southern strebt mit der Bewag, der ostdeutschen Veag (Berlin) und der Kohlegesellschaft Laubag den Aufbau einer vierten Kraft im deutschen Strommarkt an. Dazu will Southern die unternehmerische Führung bei der Bewag durch Aufstockung ihrer 26 Prozent auf über 50 Prozent absichern. HEW will mit der schwedischen Vattenfall im Rücken ihrerseits einen großen nordostdeutschen Stromkonzern bilden.

Bei der Veag beginnt in Kürze das Veräußerungsverfahren für die aus kartellrechtlichen Gründen dort wie bei der Bewag frei werdenden Anteile der Altgesellschafter. Zum Verkauf stehen 48,75 Prozent von Eon und 32,5 Prozent von RWE/VEW. HEW will sich um sie bewerben, auch wenn das Bewag-Geschäft mit Eon nicht zu Stande kommen sollte.

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