Wirtschaft : Bewag verkauft Berlinern Solarstrom

BERLIN (kvo).Zwei neue Bausteine des Programms "Energie 2000" stellte Dietmar Winje, Vorstandsvorsitzender der Bewag, gestern in Berlin vor: Die Berliner können in Zukunft für einen Aufpreis von rund 50 Pfennig Strom aus Solaranlagen der Bewag beziehen.Die neuen Solaranlagen sollen auch im Stadtbild zu sehen sein.Die Bewag verhandelt deshalb zur Zeit mit der Deutschen Bahn über den Bau von Solaranlagen auf S-Bahnhöfen.Außerdem bietet die Bewag ihren Kunden an, sich über das Programm "Solarinvest" mit Zertifikaten an dem Bau von Solaranlagen zu beteiligen.

Winje zog eine positive Halbzeitbilanz von "Energie 2000": In den vergangenen zwei Jahren habe die Bewag rund 240 Anlagen mit insgesamt 1395 kWh gefördert, von denen 78 Anlagen mit 248 kWh bereits am Netz seien.Insgesamt werde in Berlin zur Zeit Solarstrom mit einer Leistung von 1206 kWh in rund 400 Anlagen erzeugt.Auch Peter Strieder, Senator für Stadtentwicklung, Umweltschutz und Technologie, sprach von einem "vollen Erfolg" des Programms, das Teil eines Kooperationsvertrages zwischen der Bewag und der Stadt Berlin ist.Unumgänglich ist nach Strieders Ansicht aber auch eine schnelle Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes."Die Voraussetzungen für Kraftwärmekoppelung und regenerative Energien müssen verbessert werden." Solange dies nicht gewährleistet sei, sei die Forderung, die Bewag solle ihre Netze öffnen, kontraproduktiv für die Umwelt und den Arbeitsmarkt.

Mit dem neuen Solarstrom-Angebot der Bewag kann sich der Kunde selber aussuchen, ob er seine Stromversorgung ganz oder teilweise umstellen will.Eine kWh konventionellen Stroms kostet zur Zeit 27,3 Pfennig, für den Solarstrom müssen die Kunden 76 Pfennig/kWh bezahlen.Mindestens 50 kWh Solarstrom pro Jahr muß ein Kunde abnehmen, seine Stromrechnung würde dann um rund 25 DM im Jahr teurer.Da die tatsächlichen Kosten für Solarstrom zur Zeit bei 1,52 Pfennigen liegen, legt die Bewag bei jeder Kilowattstunde Solarstrom 76 Pfennig drauf.

Dafür, daß der Solarstrom auch wirklich aus Solarkraftwerken kommt, garantiert die Begleitung des Programms durch den World Wide Fund for Nature (WWF).Der WWF überprüft die Bewag und gibt jedes Jahr einen "Monitoring-Bericht" heraus."Mit dem Solarstrom kann jetzt jeder selber bestimmen, wie unsere Energieversorgung in Zukunft aussehen wird", sagte Dag Schulze vom WWF.Er forderte Strieder auf, sich für eine Umstellung der Stromversorgung der Stadt auf Solarstrom einzusetzen."Berlin muß jetzt mit gutem Beispiel vorangehen", sagte Schulze.

Bei dem Programm "Solarinvest" können Kunden ein Zertifikat für den Bau einer Solaranlage zum Stückpreis von 2399 DM erwerben, das die Bewag nach 15 Jahren für 3000 DM zurückkauft.Geplant ist der Bau einer Photovoltaikanlage von 30 kW auf der Technischen Fachhochschule Berlin in Berlin-Wedding.

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