Bewegung im Kitakonflikt : Alle wollen verhandeln

Die Arbeitgeber machen ein Angebot und Verdi will verhandeln: Nächste Woche könnte der Kitastreik beendet werden.

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Für Seifenblasen hält diese Erzieherin, die am Donnerstag in Hamburg protestierte, offenbar das Angebot der Arbeitgeber.
Für Seifenblasen hält diese Erzieherin, die am Donnerstag in Hamburg protestierte, offenbar das Angebot der Arbeitgeber.Foto: dpa

Der Streik in den Kitas soll so schnell wie möglich beendet werden. Jedenfalls lässt sich so das Wechselspiel der Einladungen am Donnerstagnachmittag interpretieren. Erst legten die Arbeitgeber ein formales Angebot vor und luden für kommenden Dienstag beziehungsweise Mittwoch die führenden Gewerkschafter nach Frankfurt am Main ein. Dann kam Verdi-Chef Frank Bsirske mit der Frage „Warum so lange warten?“ und lud seinerseits die Arbeitgebervertreter schon für Montag nach Berlin. Für viele Eltern ist das ein Hoffnungszeichen, aber mehr auch nicht: Die Streiks werden fortgesetzt, bis ein „annehmbares Ergebnis“ erreicht worden sei, teilte Verdi mit. „Deshalb wollen wir keine Zeit verlieren und mit der Einladung zu einem raschen Spitzengespräch Wege zu einem solchen Ergebnis ausloten“, gab sich Bsirske überaus friedfertig.

Berlin ist nicht betroffen - vorerst

In Frankfurt am Main hatte die Mitgliederversammlung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) zuvor ein Papier beschlossen, das für Erzieherinnen und Erzieher „zum Teil deutliche Zugewinne“ brächte, den Angaben zufolge bis zu 443 Euro monatlich. Das klingt gut, unterscheidet sich aber nicht von dem, was die Arbeitgeber in den Verhandlungen bislang mündlich angeboten hatten. Und was aus Sicht der Gewerkschaften – neben Verdi sind das die GEW und der Beamtenbund – völlig unzureichend ist. Seit Anfang Mai wird deshalb gestreikt, mit ganz unterschiedlicher Betroffenheit im Bundesgebiet und in den einzelnen Kitas. Grundsätzlich geht es bei den Verhandlungen nur um Einrichtungen in kommunaler Trägerschaft; in Berlin werden die Kitabeschäftigten nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder bezahlt. Und Kitas in freier Trägerschaft, zumeist sind das Kirchen, sind erst einmal auch nicht Gegenstand der Auseinandersetzung. Wenn indes die Erzieherinnen und Erzieher in den kommunalen Einrichtungen besser bezahlt werden, dann wird sich das auch auf die Einkommen in den übrigen Einrichtungen auswirken.

Die Arbeitgeber wollen mehr zahlen

Aufgrund gestiegener Anforderungen sperren sich die Arbeitgeber nicht gegen eine Anhebung der Entgelte und nennen als Stichworte Inklusion, Integration, Sprachförderung und musische Erziehung. Nach Angaben der Arbeitgeber liegen die Monatsgehälter in der Kita derzeit zwischen 2590 und 3750 Euro (Erzieher/-innen) und bei Kita-Leitungen bei bis zu 4750 Euro. Das ist den Gewerkschaften nicht genug. Passend zur VKA-Versammlung ließen sie am Donnerstag rund 15 000 Erzieherinnen in Frankfurt und weitere 15 000 in Hamburg für deutlich mehr Geld protestieren.

„Einfach nur streiken reicht nicht“, meinte dagegen VKA-Präsident Thomas Böhle und lud Bsirske sowie den Vorsitzenden des Beamtenbundes, Klaus Dauderstädt, zu Tarifverhandlungen ein. Dazu wird es nun kommen. Bis Fronleichnam ist ein Kompromiss und damit das Ende des Streiks möglich.

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