Wirtschaft : Bewegung mit Musik

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Von Maurice Shahd

und Christian Gmelin

Was haben ein 16-jähriger Skateboardfahrer und ein 50-jähriger Spitzenmanager gemeinsam? Eigentlich nichts. Es sei denn, beide hören gerne Musik – auch wenn sie unterwegs sind. Für die Kids bringt der waghalsige Sprung in der Halfpipe erst den richtigen Kick, wenn dazu Hip-Hop-Musik aus dem Kopfhörer dröhnt. Geschäftsreisende übertönen das Flugrauschen gerne mit einer gepflegten Brahms-Sinfonie. Voraussetzung dafür ist ein mobiler Musik-Player, der sich auch für Urlaubsreisen bestens eignet. Fragt sich nur, welches Gerät die richtige Power und den besten Klang bietet.

Neben dem guten alten Walkman kämpfen heute tragbare CD-Player, Minidisc-Player und neuerdings auch MP3-Player um die Hosentaschen der Käufer. Bei den Musikfans sind derzeit die mobilen CD-Player besonders beliebt. Im vergangenen Jahr jagten die mobilen CD-Player dem Kassetten-Walkman mit 1,7 Millionen verkauften Geräten erstmals die Marktführerschaft ab. Grund des Erfolges ist ihre Vielseitigkeit. „Die CD-Portables spielen normale CDs und am PC gebrannte Silberscheiben ab“, erläutert Christoph Russ, Audio-Experte der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). „Der eigentliche Clou ist aber, dass die neuen Mobil-Player auch CDs mit MP3-Dateien abspielen können.“ Das MP3-Verfahren komprimiert Musikdateien ohne hörbaren Qualitätsverlust. Damit passen bis zu elf Stunden Musik auf den Silberling.

Um die Silberscheiben für den persönlichen Gebrauch zu bespielen, braucht man einen Computer mit CD-Brenner und eine entsprechende Software, die meist mit den Geräten mitgeliefert wird. Die Songs können entweder von vorhandenen Musik-CDs überspielt oder aus dem Internet geladen werden (siehe Bericht unten). Frühere Schwächen der CD-Player wie Schüttelanfälligkeit beim Joggen haben die Hersteller durch interne Speicher beseitigt. „Je größer der Speicher, desto besser die Anti-Schock-Wirkung“, sagt Russ. Der CD-Player sei zudem ein Produkt, dass sich jeder leisten könne. Einfache Geräte sind schon ab 50 Euro zu haben.

Da können die reinen MP3-Player nicht mithalten, die mindestens 200 Euro kosten. „Ihr Vorteil ist ihre Handlichkeit“, sagt Dieter Kreisel, Sprecher von Grundig. „Die MP3-Player sind so klein, die kann man auch in die Badehose stecken.“ Wer viele MP3-Dateien auf dem Computer hat, könne sich schnell einen Musik-Mix zusammenstellen und diesen dann auf den Player überspielen. „Der Nachteil ist die geringe Speicherkapazität vieler Geräte“, sagt Kreisel. Standardplayer haben Speichergrößen zwischen 32 und 64 Megabyte, was nur für 30 bis 60 Minuten Musik reicht. Andere Player arbeiten mit Speicherkarten wie Multimedia- oder Smartcards, die beliebig nachgekauft werden können. Die sind zwar teuer, werden aber auch bei Digitalkameras oder Organizern verwendet und können entsprechend ausgetauscht werden. MP3-Player mit eingebauter Festplatte – so genannte Jukeboxen – verfügen über ausreichend Speicher, sind aber mit rund 500 Euro besonders teuer.

Fortgeschrittene Computer- und Internet-Kenntnisse sind nach Ansicht des GfK-Experten Russ für den Umgang mit der digitalen Musik nicht notwendig: „Die Software ist einfach zu bedienen.“ Wer aber viel Musik aus dem Netz laden wolle, braucht einen schnellen Internetanschluss wie T-DSL.

Ein Schattendasein unter den mobilen Musikgeräten führt der Minidisc-Player, der sich in Deutschland 2001 nach Angaben der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik nur 330 000-mal verkauft hat. Dabei haben die handlichen Geräte durchaus ihre Stärken. Die kleinen Silberscheiben sind beliebig häufig wiederbespielbar und gelten durch ihre Schutzhülle als äußerst robust. Die Songs können auch ohne PC bearbeitet und mit einer Titelzeile versehen werden, die im Display angezeigt wird.

Einfacher ist bei allen Musikplayern die Bedienung geworden. Das Abspielen, Stoppen oder Spulen findet nicht mehr über Miniknöpfe am Gerät statt, sondern über eine handliche Fernbedienung, die am Kopfhörerkabel befestigt ist und sogar ein kleines Display enthält. Für lang anhaltenden Musikgenuss sorgen die Akkus der modernen Geräte. Ging dem Walkman früher schon nach wenigen Stunden der Saft aus, halten die neuen Musik-Player wesentlich länger durch.

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