Wirtschaft : BfG-Rekordergebnis macht mögliche Übernahme teuer

Privatkundengeschäft als "Flaggschiff" FRANKFURT (MAIN) ((ro)).Unabhängig von den ständigen Gerüchten über einen Verkauf der BfG Bank AG entwickelt sich die Zusammenarbeit mit dem derzeitigen Großaktionär Credit Lyonnais nach Angaben von BfG-Vorstandschef Karl-Heinz Hülsmann immer besser.Für die französische Großbank wird der deutsche Ableger zudem interessanter: 1997 legte die ehemalige Gewerkschaftsbank mit einem Gewinn von 230 Mill DM - ein Plus von 59 Prozent - ein neues Rekordergebnis vor.Die Bilanzsumme kletterte um 13 Prozent auf 79 Mrd.DM.Damit müßten potentielle Käufer mittlerweile auch einen stolzen Betrag auf den Tisch legen, wenn sie den Anteil von der Credit Lyonnais übernehmen wollten.Die Franzosen halten 50 Prozent plus eine Aktie, jeweils knapp 25 Prozent liegen bei der Gewerkschaftsholding BGAG und der Aachener und Münchener Beteiligungs AG.Die Credit Lyonnais hatte 1993 für ihren BfG-Anteil rund 1,4 Mrd.DM bezahlt.Als Interessenten für die BfG werden immer wieder Schweizer Banken genannt, aber auch die Bankgesellschaft Berlin, die damit ihr Filialnetz mit einem Schlag um bundesweit 178 Niederlassungen aufstocken könnte.Nach den Prognosen des BfG-Vorstandes dürfte eine Übernahme in den nächsten Jahren immer teurer werden.Denn das Ergebnis soll kontinuierlich gesteigert werden.1998 peilt Vorstandschef Hülsmann einen Netto-Gewinn von 260 Mill.DM an.Die Eigenkapitalrendite, die 1997 bei knapp zehn Prozent lag, soll bis zum Jahr 2000 auf 15 Prozent vor Steuern gesteigert werden.Motor des Wachstums bei der BfG ist das Privatkundengeschäft, das weiter durch das kostenlose Gehaltskonto besonderen Auftrieb erhält.1996 und 1997 konnten damit 160 000 neue Kunden gewonnen werden, 1998 sollen 40 000 dazukommen.Insgesamt liefere das Privatkundengeschäft 1997 einen Ergebnisbeitrag von brutto 610 Mill.DM und sei damit das "Flaggschiff" der Bank.Im Firmenkundengeschäft agierte die BfG zurückhaltend, um die Risiken zu begrenzen.Gleichzeitig wurden die Kosten gedrückt und die Abläufe flexibler und rationeller gestaltet.Bei den Kosten habe sich die BfG, so Hülsmann, von der Branchenentwicklung abgekoppelt.Insgesamt waren die Aufwendungen für Personal und Verwaltung 1997 mit rund 1,11 Mrd.DM im Vergleich zum Vorjahr stabil.Erreicht wurde dies auch durch den Abbau von rund 250 Stellen.Ende 1997 beschäftigte die BfG in der Zentrale und in bundesweit 178 Filialen noch 5400 Mitarbeiter.In diesem Jahr sollen noch einmal knapp 200 Jobs wegfallen.

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