Wirtschaft : BGH: Airline darf Flug annullieren Transport mit Tücken

Viele Sendungen kommen nicht heil an

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Eine Fluggesellschaft darf selbst entscheiden, wann sie einen Flug wegen schlechten Wetters annulliert. Sie muss dabei zwischen dem Interesse der Passagiere an der Beförderung und dem Interesse, dass eine Annullierung möglichst früh bekannt gegeben wird, abwägen. Die Passagiere müssen noch rechtzeitig einen anderen Flug oder eine Zugfahrt als Ersatz buchen können. Das geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor, das die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht jetzt veröffentlicht hat (Az.: Xa ZR 96/09). Der Kläger hatte einen Flug für sich und seine Ehefrau von Jerez de la Frontera nach Hahn gebucht. Wegen Nebels hatte die Airline den Flug annulliert, der Kläger erhielt den Ticketpreis von 20 Euro zurück. Gemäß der EU-Fluggast-Verordnung verlangte dieser aber auch eine Ausgleichszahlung von 400 Euro für sich und seine Frau. Der BGH lehnte das ab. Die Fluggesellschaft habe den Flug wegen „außergewöhnlicher Umstände“ annulliert. Der Pilot konnte nach Ansicht der Richter anhand des Wetterberichts nicht abschätzen, wann sich der Nebel lichten würde. dpa

Schuhkartons taugen als Verpackung nicht, Leerräume im Paket sollte man unbedingt ausstopfen, und statt einer Schnur sollte man Paketklebeband benutzen. Das rät die Stiftung Warentest allen Verbrauchern, die ihre Weihnachtsgeschenke per Post versenden wollen.

Die Tester wissen, wovon sie sprechen. Sie haben 100 Pakete mit zehn Paketdiensten verschickt. In jedem Testset lagen – sorgfältig verpackt – fünf Teller, zwei Gläser und ein Bilderrahmen. Den stiftungsinternen Falltest aus 80 Zentimetern Höhe überstand das Paket unfallfrei, nicht aber den Versand durch die professionellen Dienstleister. Trauriges Fazit: Mehr als 40 Prozent der Pakete kamen beschädigt an. „Offenbar wurden die Pakete wie Wurfsendungen behandelt“, resümieren die Verbraucherschützer (test 12/2010). Statt der zu leichten Schuhkartons sollten Kunden daher festere Verpackungen wählen, raten die Tester. Die Paketschnur könne sich auf dem Transportband im Depot verheddern. Und die Aufschrift „zerbrechlich“ könne man sich ganz sparen, weil alle Pakete automatisch abgefertigt werden. Die meisten heilen Pakete lieferte UPS, auch Hermes, Eparcel und Paket.AG schnitten in Sachen Unversehrtheit der Pakete gut ab.

Kommt das Paket beim Empfänger beschädigt an, muss man innerhalb von sieben Tagen reklamieren. Für Schäden haftet der Paketdienst – und zwar auch dann, wenn die Sendung im Standardtarif nicht versichert war.

Schwere oder sperrige Pakete kann man sich von vielen Paketdiensten an der Haustür abholen lassen. Doch auch hier gibt es Probleme. „Jeder vierte Tester wartete am angekündigten Tag vergeblich“, bemängelte die Stiftung Warentest mangelnde Termintreue. Kunden sollten das Paket dort abholen lassen, wo sie sich ohnehin den Tag über aufhalten, etwa bei der Arbeit, raten daher auch die Experten von Posttip.de. Weiteres Ärgernis bei der Heimabholung: Man kann das Geld für den Versand meist nicht dem Boten in die Hand drücken, sondern muss bereits bei der Beauftragung per Lastschrift, Kreditkarte oder per Paypal zahlen.

Auch Packstationen, die es oft in der Nähe von Bahnhöfen und Einkaufszentren gibt, haben nach Einschätzung der Verbraucherschützer Tücken: Die Onlinefrankierung ist kompliziert, und wenn die Station überfüllt ist, muss man sein Paket wieder mitnehmen, kritisiert die Stiftung Warentest. Um Pakete nicht nur versenden, sondern auch empfangen zu können, ist zudem eine vorherige Registrierung erforderlich. Dazu braucht man eine achtstellige Postnummer, die als Namensersatz dient, und eine vierstellige Geheimzahl. Wer diese Tortur hinter sich gebracht hat, wird jedoch mit niedrigeren Preisen belohnt. Pro verschicktem Paket spart man – verglichen mit dem Schalter – einen Euro, bei registrierten Nutzern sind es sogar 1,50 Euro. Kommt ein Paket an, wird man per SMS oder E-Mail informiert. Heike Jahberg

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