Bienen in Gefahr : Greenpeace warnt vor Pestiziden in Zierpflanzen

Die Umweltorganisation Greenpeace fordert ein Verbot von giftigen Stoffen in Balkon- und Gartenpflanzen.

Mit dem Beginn des Frühjahrs sind die Bienen auf Nahrungssuche unterwegs. Doch es fehlt vielerorts in Deutschland an blühenden Pflanzen. Blütennektar ist das Grundnahrungsmittel der Honigproduzenten und unentbehrlichen Bestäuber. Doch viele Balkon- und Gartenpflanzen enthalten für Bienen gefährliche Pestizide. Foto: dpa
Mit dem Beginn des Frühjahrs sind die Bienen auf Nahrungssuche unterwegs. Doch es fehlt vielerorts in Deutschland an blühenden...Foto: dpa

Wer jetzt im Frühling Balkon oder Garten neu bepflanzt, gefährdet damit möglicherweise Bienen und andere Insekten. Zierpflanzen aus Gartencentern oder Supermärkten sind oft mit Pestiziden belastet, die für Bienen schädlich sind. Das ergab eine Studie von Greenpeace, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Die Umweltorganisation erklärte, sie habe in der Hälfte der untersuchten Pflanzen wahre „Bienen-Killer“ entdeckt, und forderte ein Verbot der Chemikalien.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will Menschen in Stadt und Land für die Aktion „Bienen füttern“ gewinnen. „Jeder Einzelne kann in seinem Garten und auf seinem Balkon etwas für die Bienen tun“, sagt der Minister. Foto: dpa
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will Menschen in Stadt und Land für die Aktion „Bienen füttern“ gewinnen....Foto: dpa

Greenpeace kaufte für den Test in zehn europäischen Ländern, darunter Deutschland, 86 Zierpflanzen in Baumärkten, Gartencentern und Supermärkten. 35 verschiedene Pflanzenarten wurden einbezogen - alle sind laut Greenpeace für Bienen besonders attraktiv. In Deutschland waren die Umweltschützer in 19 Filialen von fünf verschiedenen Baumarktketten unterwegs und besorgten unter anderem Stiefmütterchen, Glockenblumen und Primeln. Alle Pflanzen wurden den Angaben zufolge in einem unabhängigen deutschen Labor untersucht.

Fast alle Blumen enthielten einen für Bienen gefährlichen Pestitidcocktail

98 Prozent der Blumen wiesen Rückstände von Pestiziden auf, wie Greenpeace erklärte. Für Bienen gefährliche Stoffe seien in 79 Prozent der Pflanzen entdeckt worden, fast die Hälfte der Proben hätten sogenannte Neonicotinoide enthalten, die als „Bienen-Killer“ bekannt seien. Hobbygärtner servierten den Insekten „gefährliche Pestizidcocktails“, ohne es zu wissen, warnte Greenpeace.
In Deutschland wurden demnach in 17 der 19 Proben für Bienen gefährliche Stoffe entdeckt, darunter auch Neonicotinoide.
Insgesamt seien 36 verschiedene Pestizide nachgewiesen worden, darunter 13, die hierzulande nicht für Zierpflanzen eingesetzt werden dürfen. Eine mögliche Erklärung sei, dass die Pflanzen importiert wurden, dies lasse sich aber nicht feststellen, erklärte Greenpeace.

Greenpeace fordert ein Verbot der Stoffe, die Bienen gefährden

Die Organisation forderte „ein umfassendes Verbot von bienengefährdenden Pestiziden“. Nur so könne den Insekten wirklich geholfen werden. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) müsse sich in Deutschland und der EU „entschieden“ für den Schutz der Bienen einsetzen.

Schmidt hatte in der vergangenen Woche die Initiative „Bienen füttern“ gestartet, um die Bevölkerung für die Bedeutung der Insekten zu sensibilisieren. „Bienen sind nicht nur wichtig für die Honigproduktion, sondern auch für Ernteerträge und Artenvielfalt“, betonte Schmidt.
Zum Schutz der Bienen in Europa ist der Einsatz von drei Nicotinoiden seit dem 1. Dezember 2013 in der EU eingeschränkt. Die Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam dürfen nicht mehr für den Anbau von Mais, Sonnenblumen, Raps und Baumwolle verwendet werden.

Die Sperre gilt zunächst für zwei Jahre, in denen mögliche Auswirkungen des Verbots wissenschaftlich untersucht werden sollen, bevor die Maßnahme erneut auf den Prüfstand kommt.

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