Bieterwettstreit um Alstom : Frankreichs Wirtschaftsminister wünscht Allianz mit Siemens

Frankreichs Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg glaubt an Siemens-Angebot für Alstom. Er kommt am Freitag zu Gesprächen nach Berlin.

Im Bieterwettstreit um die Energiesparte des Industriekonzerns Alstom glaubt Frankreichs Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg fest an ein Angebot von Siemens.
Im Bieterwettstreit um die Energiesparte des Industriekonzerns Alstom glaubt Frankreichs Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg...Foto: Reuters

Im Bieterkampf um die Energiesparte des Industriekonzerns Alstom rechnet Frankreichs Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg fest mit einem Angebot von Siemens. Der Konzern „hat ein Angebot ja schon erstellt, das aber noch durch die Ergebnisse der Detailprüfung während dieses Monats vervollständigt werden muss“, sagte der Minister der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Donnerstag. Am Freitag wird Montebourg in Berlin erwartet.

Montebourg kennt das Angebot von Siemens

Montebourg sagte, er habe das Siemens-Angebot „gelesen, nicht ganz, aber teilweise.“ Mehr könne er nicht sagen, die Offerte sei für den Aufsichtsrat bestimmt. Das Angebot des US-Konzerns General Electric (GE) wies Montebourg erneut zurück. „Das ist kein Angebot einer Allianz, sondern einer Übernahme - ein Angebot, das zur dauerhaften Schwächung der verbleibenden Alstom-Transportsparte führen würde.“ Alle großen Auftraggeber wie etwa die französische Bahn SNCF bestätigten dies. Siemens dagegen setze auf eine Allianz im Transport unter französischer Führung. Die Entscheidungzentren blieben in Frankreich, betonte Montebourg.

Montebourg sorgt sich um die Standorte in Frankreich

Der Minister lobte den „rheinischen Kapitalismus“. Er sei für die französische Regierung „viel interessanter“, weil er dem Staat, den Gewerkschaften und den Gebietskörperschaften Mitspracherechte einräume. „Wenn wir dagegen künftig in Connecticut vorsprechen müssen, um unsere Standorte zu erhalten, wäre das ein Problem.“ Montebourg werde in Berlin wirtschaftliche und politische Gespräche über das Thema Alstom führen, verlautete am Donnerstag aus informierten Kreisen.

Siemens prüft die Bücher von Alstom

General Electric bietet 12,35 Milliarden Euro in bar für die Energiesparte von Alstom, der Verwaltungsrat des französischen Konzerns hat sich bereits dafür ausgesprochen. Siemens-Chef Joe Kaeser hatte am Mittwoch betont, Siemens werde ein Angebot für Alstom genau prüfen. Die französische Regierung ermutigt den Konzern aus München. Sie fürchtet um heimische Arbeitsplätze und strategische Wirtschaftsinteressen bei einer Übernahme durch GE. AFP

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