Big Image Systems : Die Rolle seines Lebens

Firmenchef Werner Schäfer bedruckt mit "Big Image Systems" Stoffbahnen für die Weltbühnen.

Susanne Ehlerding
Werner Schäfer kommt groß raus. Den Zukunftspreis 2014 Berlin-Brandenburg hat das Unternehmen Big Image schon gewonnen – und nun auch den Innovationspreis.
Werner Schäfer kommt groß raus. Den Zukunftspreis 2014 Berlin-Brandenburg hat das Unternehmen Big Image schon gewonnen – und nun...Foto: Promo

Diese Druckmaschine ist gigantisch. Die größte der Welt, um Stoff zu bedrucken. 12 mal 60 Meter schafft sie, höher und länger ist kein lieferbarer Stoffballen. Infinitus, „Der Unendliche“, hat die Firma Big Image Systems aus Babelsberg ihr Riesenbaby genannt. Auf Theaterbühnen und in Filmproduktionen rund um den Globus erzeugen die nahtlosen Bilder täuschend echte Hintergründe für perfekte Inszenierungen.

Größe allein aber wäre als Neuheit nicht preiswürdig. Hinter der Infinitus stehen zwei Entwicklungen, die sie erst wirklich besonders machen. „Die Innovation liegt in der Ausrichtungsanlage“, erklärt Firmenchef Werner Schäfer. Ein Team von der Technischen Universität Berlin hat sie entwickelt, weil Stoff niemals ganz gerade geliefert wird. „Wenn er gewaschen und gebleicht ist, verzieht er sich total. Druckt man Säulen oder Fenster darauf, werden sie krumm“, sagt Schäfer.

Vor dem Drucken wird der Stoff also auf einer separaten Maschine gerade gezogen und zwar mit einer Kamera, die abliest, wo der Faden liegt, und mit kleinen Greifern, die das Gewebe ausrichten. „Das Kalibrieren der Stoffbahnen ist eine große Ingenieursleistung und ermöglicht erst das absolut gerade Drucken in endloser Länge“, schreibt Leo Younan von der Filmuniversität Babelsberg in seinem Gutachten für den Innovationspreis.

Außerdem hat Big Image Systems für die Maschine eine eigene Druckfarbe entwickelt. „Es gab keine auf dem Markt, die unseren Ansprüchen entsprach“, sagt Werner Schäfer. Brillant leuchtend und ökologisch abbaubar ist das Ergebnis.

Etwas von der schwedischen Kultur nach Deutschland importieren

„Unser großes Ziel ist, milieufreundlich zu sein“, sagt Werner Schäfer und meint „umweltfreundlich“. An der Wortwahl merkt man, dass er große Teile seines Lebens in Schweden verbracht hat. Dort leitet er ein zweites Unternehmen, das für den Massenmarkt arbeitet, tausende Quadratmeter für Bekleidungsketten druckt.

Die Maschine ermöglicht das Drucken von Bildern in endloser Länge, die täuschend echt aussehen.
Die Maschine ermöglicht das Drucken von Bildern in endloser Länge, die täuschend echt aussehen.Foto: promo

Etwas von der schwedischen Kultur würde Werner Schäfer gern nach Deutschland importieren: „Die Offenheit und das Vertrauen der Leute untereinander haben mich fasziniert“, sagt er. Das Wichtigste in seinen Geschäftsbeziehungen findet er den gegenseitigen Respekt. Im Rampenlicht will er deshalb gar nicht stehen.

Denn ohne das Team von der TU, den ehemaligen Technischen Direktor der Komischen Oper, der ihn auf den Bedarf nach den nahtlosen Bühnenbildern hinwies und ohne die Mitarbeiter von Big Image Systems wäre die Innovation nicht möglich gewesen.

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