Bilanz 2009 : Die Post macht wieder Gewinn

Die Deutsche Post DHL will 2010 wieder wachsen. 2009 wurden die Ziele übertroffen. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 60 Cent pro Aktie bekommen.

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Berlin - Die Deutsche Post DHL will 2010 wieder wachsen. „Wir haben die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise erfolgreich gemeistert und unsere Ziele für 2009 übertroffen“, bilanzierte Vorstandschef Frank Appel am Dienstag in Bonn das abgelaufene Geschäftsjahr. Nun könne das Unternehmen „überdurchschnittlich von der zunehmenden Belebung der Weltwirtschaft profitieren“. Allerdings erwartet der Konzern keinen dramatischen Anstieg, sondern lediglich eine moderate Erholung der weltweiten Transportmengen.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Appel daher mit einem operativen Ergebnis zwischen 1,6 Milliarden und 1,9 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr war das operative Ergebnis – ohne die Berücksichtigung von Einmaleffekten – um 27 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro geschrumpft. 2010 sollen erstmals die beiden Unternehmensbereiche Logistik (DHL) und Brief ungefähr zu gleichen Teilen zu diesem Ergebnis beitragen. Bisher war das Briefgeschäft der wichtigste Gewinnbringer. Doch das Geschäft schrumpft seit Jahren, denn immer mehr Post wird elektronisch erledigt. Die Anleger zeigten sich enttäuscht von dem Ausblick: Die Post-Aktie verlor am Dienstag zeitweise mehr als drei Prozent.

2009 war ein schwieriges Jahr für das Bonner Unternehmen, weil weltweit weniger Waren transportiert und weniger Geschäftsbriefe verschickt wurden. Der Konzern machte einen Schlussstrich unter das verlustreiche US-Geschäft. Insgesamt sank der Umsatz um 15 Prozent auf 46,2 Milliarden Euro, im Briefgeschäft gingen die Erlöse um 4,9 Prozent zurück. Auch die Insolvenz des Handelskonzerns Arcandor und seiner Tochter Quelle belasteten das Geschäft. Arcandor gehörte zu den Großkunden des Konzerns.

Dennoch gelang es der Deutschen Post nach einem Minus von knapp 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2008 wieder aus der Verlustzone herauszukommen. Unter dem Strich stand ein Konzerngewinn von 644 Millionen Euro. Dabei machte sich zum einen das Kostensenkungsprogramm bemerkbar. Die Post hatte sich vorgenommen, die Kosten bis Ende des Jahres 2009 um eine Milliarde Euro zu drücken. Tatsächlich wurden durch den rigiden Sparkurs sogar 1,11 Milliarden Euro erreicht. Positiv wirkte sich im Ergebnis auch der Verkauf der Tochter Postbank an die Deutsche Bank aus. Die Veräußerung der Beteiligung ließ den Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um 571 Millionen Euro steigen. Für 2009 will die Post eine unveränderte Dividende von 60 Cent je Aktie an die Aktionäre ausschütten.

Die Herausforderungen für die Post bleiben groß: Ende April läuft die umstrittene Mindestlohnregelung für die Postzustelldienste aus. Durch sie wurden die Wettbewerber der Post in Schach gehalten, da sie höhere Löhne zahlen sollten, als sie wollten. Auch die Abschaffung des bisherigen Mehrwertsteuerprivilegs der Post bei Geschäftskunden im Briefsegment wird ihre Spuren hinterlassen: Nach einem Bundestagsbeschluss – der Bundesrat muss noch entscheiden – soll das Privileg zum 1. Juli fallen. Wie stark das die Post belasten wird, dazu wollte sich Appel noch nicht äußern. Corinna Visser

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