Bilanz 2009 : General Motors verliert 4,3 Milliarden Dollar

Der US-Autokonzern General Motors schließt das Jahr 2009 mit einem Milliardenverlust ab. Das soll sich im laufenden Jahr ändern - auch dank deutscher Staatshilfen für die Tochter Opel.

Berlin/Düsseldorf - Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) glaubt trotz eines Milliardenverlusts im Schlussquartal 2009 daran, 2010 mit einem Gewinn abschließen zu können. Wie der US- Konzern am Mittwoch mitteilte, lag das Minus unter dem Strich Ende 2009 bei 4,3 Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro). In Europa machte GM vor Steuern und Zinsen (Ebit) einen Verlust von 607 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte das Minus im Europageschäft mit den Marken Opel, Vauxhall und Saab allerdings mit 1,86 Milliarden Dollar noch deutlich höher gelegen. Angaben zum Umsatz und Nettoergebnis in Europa machte der US-Konzern nicht. Insgesamt verkaufte GM 2009 nach den Angaben 1,21 Millionen Opel und Vauxhall (Vorjahr: 1,46 Millionen).

Die Ergebnisse zeigten, „dass noch einige Arbeit zu tun ist“, teilte Finanzchef Chris Liddel in Detroit mit. „Ich glaube allerdings weiter daran, dass wir eine Chance haben, 2010 Gewinn zu schreiben.“ Die US-Regierung hatte das Unternehmen mit rund 50 Milliarden Dollar gestützt und ist faktisch noch Eigentümer des Autobauers. GM hatte Mitte 2009 im Rekordtempo ein Insolvenzverfahren abgeschlossen und war nach einem massiven Stellenabbau, Werksschließungen und Verkäufen drastisch geschrumpft. Für Opel dringt GM auf baldige Staatshilfen. Dabei geht es vor allem um Bürgschaften. „Wir erwarten bald eine Entscheidung“, sagte Opel-Chef Nick Reilly am Mittwoch in Düsseldorf nach einem Treffen mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU). Mit einer Absage rechnet Reilly nicht. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sieht dagegen noch viele offene Fragen bei dem Sanierungskonzept für Opel.

Reilly sprach von 1,3 Milliarden Euro deutscher Staatshilfen. Bisher hatte Opel 1,5 Milliarden Euro beantragt, die je zur Hälfte von Bund und den vier Bundesländern mit Opel-Werken getragen werden sollen. GM hat seinen Eigenbeitrag auf 1,9 Milliarden Euro verdreifacht und braucht deshalb nun weniger öffentliche Hilfe. Die britische Regierung hatte schon 300 Millionen Euro zugesagt. mot/dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar