Bilanz : Auch die Post sieht rot

Zum ersten Mal seit dem Börsengang im Jahr 2000 schreibt die Deutsche Post rote Zahlen. Das US-Geschäft und die Wirtschaftskrise belasten den Logistikkonzern.

Heike JahbergD

Berlin - Der Verlust liege „unter einer Milliarde Euro“, erklärte der Konzern am Montag, allerdings sind die Verluste der Tochter Postbank nicht eingerechnet. Genaue Zahlen will die Post am 26. Februar bei ihrer Bilanzpressekonferenz vorlegen.

Die tiefroten Zahlen hat die Post vor allem dem US-Geschäft zu verdanken. Der deutsche Konzern hatte im November angekündigt, sein inneramerikanisches Expressgeschäft aufzugeben und 15 000 Stellen zu streichen. Der Rückzug aus den USA kostet die Post Milliarden, hinzu kommen weitere Abschreibungen im Logistiksektor.

Ohne diese Einmalbelastungen stünde die Post gut da. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern lag 2008 „leicht über den geplanten 2,4 Milliarden Euro“, teilte das Unternehmen mit. Die Aktie reagierte zunächst mit einem kräftigen Kursanstieg um 2,6 Prozent, gab später aber Gewinne ab. Am Ende notierte das Papier noch bei 9,5 Euro – ein Plus von 0,6 Prozent.

Denn auch der Logistikkonzern bekommt die Folgen der Wirtschaftskrise zu spüren. So gingen im vierten Quartal des vergangenen Jahres die Transportvolumina in wichtigen Märkten zurück – teilweise zweistellig. Auch im Expressgeschäft wurde weniger verschickt. Dagegen blieb das wichtige deutsche Briefgeschäft stabil. Die Antwort der Post ist ein Kostensenkungsprogramm. Die Kunden sollen aber nicht darunter leiden. „Wir schließen weder Filialen noch bauen wir Briefkästen ab“, sagte ein Sprecher dem Tagesspiegel.

Ihren Aktionären will die Post für 2008 eine unveränderte Dividende von 90 Cent zahlen. Darüber freut sich vor allem der Bund, der über seine Staatsbank KfW mit 30,5 Prozent größter Einzelaktionär ist. Finanzierungsprobleme hat die Post nicht. Die liquiden Mittel lagen Ende 2008 bei rund 1,4 Milliarden Euro. Zudem hat die Deutsche Bank der Post bereits 3,1 Milliarden Euro für den Einstieg bei der Postbank überwiesen. Bis Ende Februar kommen weitere 700 Millionen Euro hinzu. Heike Jahberg

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