Bilanz : Bosch will grüner werden

Der weltgrößte Autozulieferer hat die Krise hinter sich. Bei der Bilanzvorlage in Stuttgart kündigte Bosch-Chef Franz Fehrenbach am Mittwoch für dieses Jahr die Rückkehr in die Gewinnzone an.

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Hohe Ziele. Rund 1,5 Milliarden Euro will Bosch in diesem Jahr mit dem Geschäft rund um erneuerbare Energien erlösen.
Hohe Ziele. Rund 1,5 Milliarden Euro will Bosch in diesem Jahr mit dem Geschäft rund um erneuerbare Energien erlösen.Foto: ddp

Berlin2009 hatte Bosch zum ersten Mal seit Jahrzehnten einen Verlust gemacht (1,2 Milliarden Euro). Das Ergebnis des ersten Quartals unterstützt Fehrenbachs Optimismus. Denn der Umsatz stieg um ein Viertel. Insgesamt erwartet Bosch in diesem Jahr ein Wachstum um zehn Prozent auf 42 Milliarden Euro. Das gleicht indes die Einbußen in 2009 noch nicht aus. Vermutlich wird Bosch erst 2012 wieder das Geschäftsvolumen von 2007, dem letzten Jahr vor der Krise, erreichen.

Der Verlust an Arbeitsplätzen blieb im vergangenen Jahr deutlich hinter den Einbrüchen bei Umsatz und Produktion zurück. Die Zahl der Beschäftigten ging um rund 11 000 oder vier Prozent auf 270 000 zurück. Dabei nutzte der Konzern auch massiv Kurzarbeit, bis zu 100 000 Bosch-Beschäftigte waren davon betroffen, derzeit sind es noch 40 000. Der Stuttgarter Konzern betonte die mit 6 500 Jugendlichen auch im Krisenjahr stabil gebliebene Zahl der Ausbildungsplätze. Wie sich indes die Gewichte in dem globalen Konzern verschieben, verdeutlichen die Pläne für 2010: Bosch will 3700 Hochschulabsolventen einstellen, davon 500 in Deutschland, aber jeweils 1000 in China und Indien. So wird für das erste Quartal auch berichtet, dass vor allem aus China und Indien ein „besonderer Schub“ für das Geschäft zu spüren war.

2009 verlor der Konzern weltweit 11 000 Arbeitsplätze

Der Bosch-Konzern gliedert sich in die Geschäftsfelder Kraftfahrzeugtechnik, Industrietechnik sowie Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik. Im Kfz-Bereich blieb der Umsatz 2009 mit knapp 22 Milliarden Euro um 18 Prozent unter dem Vorjahreswert. Besonders schlecht liefen die Diesel-Systeme, was neben dem Nachfrageeinbruch der Lkw-Hersteller auch mit dem Trend zu kleineren Pkw zu tun hat, die größtenteils mit Benzinmotoren ausgerüstet sind. Am stärksten erwischte die Krise die Industrietechnik mit einem Umsatzeinbruch um 24 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. Mit 1,1 Milliarden Euro fiel hier auch der Verlust am größten aus.

Deutlich besser (minus fünf Prozent auf 11,3 Milliarden Euro) erging es dem Bereich Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik, der auch einen Gewinn abwarf. Vor allem die Thermotechnik und Hausgeräte liefen gut. Annähernd konstant blieben 2009 die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) mit 3,6 Milliarden Euro; 3800 Patente meldete Bosch an. Rund 45 Prozent der FuE-Ausgaben fließen in umweltschonende oder energiesparende Produkte. „Wir warten nicht auf ein neues Kopenhagen, wir bewegen unsere eigenen Hebel“, sagte Fehrenbach. Mit dem Geschäft rund um erneuerbare Energien will Bosch in diesem Jahr 1,5 Milliarden Euro erlösen.

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