Bilanz : Sixt steuert auf Rekordjahr zu

Der Autovermieter profitiert von Geschäftsreisen und macht damit selber beste Geschäfte.

Berlin/München - Der Autovermieter Sixt erfreut sich bester Geschäfte. Im ersten Halbjahr sei der deutsche Marktführer der Konkurrenz davongefahren, sagte Vorstandschef Erich Sixt am Montag auf einer Telefonkonferenz. Umsatz und Ergebnis lagen über den Vorjahreswerten. „Sixt ist voll auf Kurs“, sagte er. Mit einer Flotte von 41 000 Mietautos ist Sixt Nummer eins in Deutschland. In Europa kommt Sixt auf 60 000 Fahrzeuge; Marktführer Europcar auf 200 000.

Das erste Halbjahr 2007 sei das erfolgreichste in der Unternehmensgeschichte gewesen. Die Zunahme des Geschäftsreiseverkehrs schlage sich auch positiv auf das Geschäft der Autovermieter nieder. Neue Stationen, eine bessere Auslastung sowie zusätzliche Kooperationen etwa mit Fluglinien kurbelten den Umsatz an. „Das dritte Rekordjahr in Folge ist in Sichtweite“, sagte Sixt. Er bekräftigte die Prognose, wonach der Umsatz aus Vermietungen und Leasing ohne den Verkauf gebrauchter Leasingautos 2007 um fünf bis zehn Prozent wachsen soll. Das operative Ergebnis werde dazu überproportional steigen. Es gebe die Chance, besser abzuschneiden, sagte Sixt, wollte sich aber nicht genauer äußern. „Wir jagen die Konkurrenz und treiben sie in den Abgrund.“ In den kommenden Jahren will Sixt Europcar von der europäischen Marktspitze verdrängen.

Der Wettbewerb bleibt gleichwohl auch für Sixt hart. Die für die erste Jahreshälfte geplanten Preiserhöhungen von zwei bis drei Prozent habe sich nicht durchsetzen lassen, räumte Firmengründer Erich Sixt ein. „Sonst hätten wir Großkunden verloren.“ Im zweiten Halbjahr werde man einen neuen Anlauf nehmen. „Es sieht aber nicht so aus, als würde uns das gelingen“, sagte Sixt.

Auch ohne eine Preiserhöhung steigerte der Vermieter den Gewinn von Januar bis Juli 2007 stärker als den Umsatz. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) kletterte um 13 Prozent auf 71 Millionen Euro. Der Umsatz aus Vermiet- und Leasinggeschäft wuchs um zehn Prozent auf 649 Millionen Euro. Besonders im Ausland, wo bisher ein Fünftel der Konzernerträge im Vermietungsgeschäft erwirtschaftet werden, legte Sixt zu. Der Umsatz wuchs dort um 25 Prozent auf 130 Millionen Euro, im Inland ging es um neun Prozent bis auf 356 Millionen Euro voran. In Frankreich baute die Sixt- Gruppe das Filialnetz um 19 Stationen auf 110 aus, in Spanien stieg die Zahl von acht auf 18. Auch das Netz von Franchisenehmern dehnt sich nach den Worten von Sixt aus. In 16 Ländern sei Sixt mit 100 Stationen vertreten.

In der Leasing-Sparte ging trotz höherer Erlöse das Ergebnis vor Steuern um drei auf 4,3 Millionen Euro zurück. Für das Gesamtjahr erwartete Sixt ein niedrigeres Ergebnis als im Jahr zuvor. Dies liege an der Verunsicherung der Kunden, die im ersten Halbjahr auf eine neue Steuergesetzgebung gewartet hätten. Nun sei klar, dass für Firmenkunden das Leasing steuerlich keine Nachteile gegenüber der klassischen Finanzierung habe. Erst 2008 werde das Segment wieder mehr operativen Gewinn erzielen.

Die im M-Dax notierte Sixt-Aktie stieg am Montag in einem freundlichen Markt um knapp zwei Prozent. mot

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