Bilanz von Bayer : Milliarden mit Schlaganfall-Medikament

Bayer-Chef Dekkers korrigiert bei der Vorlage der Bilanz 2013 die Erwartungen nach oben. Vor allem fünf neue Medikamente sollen Umsatz bringen.

Frank Siebelt
Guter Dinge war Bayer-Chef Dekkers am Freitag bei der Vorlage der Bilanz des Konzerns in Leverkusen.
Guter Dinge war Bayer-Chef Dekkers am Freitag bei der Vorlage der Bilanz des Konzerns in Leverkusen.Foto: dpa

Nach einem Gewinnsprung im Jubiläumsjahr will Bayer mit neuen Medikamenten und Milliardeninvestitionen in die Forschung Kurs halten. Konzernchef Marijn Dekkers erhöhte für die fünf wichtigsten neuen Bayer-Präparate die Ziele: Die Arzneien, zu denen der Kassenschlager Xarelto gegen Schlaganfälle zählt, sollen nun zusammen einen jährlichen Umsatz von mindestens 7,5 Milliarden Euro und damit zwei Milliarden mehr als bislang prognostiziert einbringen. „Natürlich stellt sich Wachstum nicht von selbst ein“, sagte Dekkers am Freitag bei der Vorlage der Bilanz in Leverkusen. Der Niederländer will daher bis 2016 mehr als 18 Milliarden Euro investieren – vor allem in der Gesundheitssparte und im Agrochemiegeschäft.

Für das vergangene Jahr konnte Dekkers einen Anstieg des Nettogewinns um fast ein Drittel auf 3,19 Milliarden Euro präsentieren. 2012 hatten aber hohe Sonderkosten für Rechtsstreitigkeiten den Gewinn geschmälert. Der Umsatz legte 2013 um ein Prozent auf 40,16 Milliarden Euro zu – der bisher höchste Wert in der 150-jährigen Firmengeschichte. Im laufenden Jahr erwartet Dekkers bis zu 42 Milliarden.

Die Aktionäre können sich freuen. Die Dividende für 2013 soll um 20 Cent auf 2,10 Euro steigen. Entsprechend positiv reagierten die Anleger, die Aktie verbesserte sich um zwei Prozent. „Wir gehen auch das Jahr 2014 optimistisch an“, sagte der Manager. Allerdings rechnet er mit Währungsverlusten. Der bereinigte operative Gewinn soll trotz einer voraussichtlichen Ergebnisbelastung durch den starken Euro von 450 Millionen Euro leicht steigen. Allein zehn Milliarden will Dekkers bis 2016 in die Gesundheitssparte HealthCare stecken.

Die Leverkusener konzentrierten sich im Pharmageschäft zuletzt auf die Entwicklung und Vermarktung von fünf neuen Medikamenten. Wichtigstes und umsatzstärkstes Präparat ist das Schlaganfallmittel Xarelto. Hinzu kommen das Augenmittel Eylea, die Krebsarzneien Stivarga und Xofigo sowie Adempas zur Behandlung von Lungenhochdruck. Vier von ihnen schafften im vergangenen Jahr bereits einen Umsatz von 1,52 Milliarden Euro, Adempas ist erst seit Herbst auf dem Markt. Xarelto ist mit Jahreserlösen von 949 Millionen Euro – fast dreimal so viel wie 2012 – auf dem Weg zur Umsatz-Milliarde. Xarelto soll einmal Jahreserlöse von rund 3,5 Milliarden Euro einfahren. Bisher hatte Dekkers mehr als zwei Milliarden in Aussicht gestellt. Allerdings machen Bayer Währungsverluste in den Schwellenländern, in Japan und in den USA zu schaffen. Sie belasteten das Ergebnis 2013 mit 260 Millionen Euro.

Ergebnistreiber war im vergangenen Jahr neben der Gesundheitssparte HealthCare die Agrochemie. BAYER AG]Das Ergebnis der Kunststoffsparte schrumpfte./BAYER AG] Bayer ist Branchenführer bei Polycarbonat-Kunststoff, der unter anderem im Autobau und für die Herstellung von DVDs und CDs eingesetzt wird. Ein Wermutstropfen in der Bilanz waren die hohen Aufwendungen für Vergleiche im langjährigen Rechtsstreit um Thrombosegefahren von Bayer-Antibabypillen in den USA. Die Auseinandersetzung um die gesundheitlichen Folgen der Pillen Yasmin und Yaz kostete Bayer inzwischen 1,69 Milliarden Dollar. Die Leverkusener verglichen sich in den USA bislang mit insgesamt 8250 Klägerinnen. dpa

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