Wirtschaft : Bilfinger baut auf die Energiewende Gewinn des Konzerns soll 2011 deutlich steigen

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Mannheim - Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger Berger rechnet sich bei einer schnellen Energiewende in Deutschland gute Geschäftschancen aus. Der Rückbau von abgeschalteten Atomkraftwerken würde dem Unternehmen mehr Perspektiven eröffnen als das aktuelle Geschäft mit Wartung und Instandhaltung, sagte der scheidende Vorstandschef Herbert Bodner bei der Vorstellung der Bilanz 2010 am Mittwoch in Mannheim. Auch die Renovierung stillgelegter Kohlekraftwerke, die möglicherweise für eine Übergangszeit wieder ans Netz müssten, könnte ein wichtiges Geschäft werden. Zugleich warnte Bodner aber vor vorschnellen Entscheidungen unter dem Eindruck der Atom-Katastrophe in Japan. Deutschland als wichtigster Industriestandort Europas sei auf verlässliche und bezahlbare Energie angewiesen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr verdoppelte Bilfinger den Konzerngewinn auf 284 Millionen Euro, die Leistung stieg um fünf Prozent auf 8,123 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis verdoppelte sich auf 343 Millionen Euro.

Bodner erwartet, dass Bilfinger auch in Zukunft seine positive Entwicklung fortsetzen wird und bekräftigte die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Danach sollen Leistung und Ergebnis mindestens das Niveau von 2010 erreichen. Der Konzerngewinn soll durch den Erlös aus dem Valemus-Verkauf erheblich über dem Vorjahreswert liegen. „Wir sind gut in das neue Jahr gestartet“. Das Geschäftsmodell habe sich als wenig krisenanfällig erwiesen. Die im M-Dax notierte Bilfinger-Aktie gab dennoch leicht nach.

Bodner kündigte zudem an, das Baugeschäft auf Europa zu konzentrieren. Die Bauaktivitäten der amerikanischen Beteiligung Fru-Con sollen verkauft, das Geschäft in Nigeria soll reduziert werden. Dort hält Bilfinger 49 Prozent an der Julius Berger Nigeria. 2010 hatten die Mannheimer bereits ihre australische Tochter Valemus verkauft. Bilfinger will den Erlös daraus für weitere Zukäufe im Dienstleistungsbereich nutzen.

Ab Juli steht der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) an der Konzernspitze. Er sitzt seit Anfang März im Vorstand, kam aber nicht zur Bilanzvorlage. Traditionell erläutern bei Bilfinger nur Konzernchef und Finanzvorstand die Ergebnisse. dpa

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