Wirtschaft : Bill Gates glaubt noch an die Magie der Software

Microsoft-Gründer zeigt Neuheiten auf der US-Messe Comdex

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Las Vegas (siri/HB). Die Hightech Branche mag am Boden liegen, doch Microsoft-Gründer Bill Gates gibt sich weiter optimistisch. Auch wenn die Besucherzahl auf der zweitgrößten Computermesse der Welt, der Comdex in Las Vegas, mit rund 100000 auf niedriges Niveau gesunken ist und der Veranstalter, Key-3-Media, möglicherweise Konkurs anmelden muss – Gates rief als Eröffnungsredner der Comdex die „digitale Dekade“ aus und stellte neue Produkte in Aussicht.

„Ich glaube, dass die Innovationen in der Branche dramatisch unterbewertet werden“, sagte Gates zu den Schwierigkeiten des vergangenen Jahres. Der „Zauber der Software“ erfasse künftig alle Geräte. Schon mal gehört? Kein Wunder. Schließlich stammen die meisten Ideen, die der Microsoft-Gründer in der Spielerstadt Las Vegas präsentierte, aus den 90er Jahren. Dass sie jetzt Realität werden, liegt nicht zuletzt am starken Preisverfall für IT-Komponenten, die es ermöglichen, neue Produkte zu vernünftigen Preisen auf den Markt zu bringen.

So präsentierte Gates einen neuen Flachbildschirm, der vom Computer abgekoppelt werden und als Arbeits-Oberfläche benutzt werden kann, wenn sich der Nutzer vom Büro zur Wohnzimmer-Couch bewegt. Denn die PCs stehen längst nicht mehr nur in Büros und Arbeitszimmern: 70 Prozent der US-Amerikaner haben nach Aussagen von Gates einen PC zu Hause, bei einem Drittel der Nutzer steht das Gerät im Wohnzimmer. Der neue tragbare Flachbildschirm soll, ähnlich dem Tablet-PC, den Microsoft vor zwei Wochen präsentierte, wie ein Notizblock beschrieben werden können. Der tragbare Flachbildschirm, der in den USA unter dem Namen Smart Panel Device vermarktet wird, soll im ersten Quartal des kommenden Jahres auf den Markt kommen.

Auch die Microsoft-Bürosoftware Office soll künftig besser mit Tablet-PC und Smart Panel Devices funktionieren. Gates stellte das Programm One Notes vor, das bestehende Dokumente mit handschriftlichen Notizen, Tabellen und gesprochenen Nachrichten integrieren soll. Gates Prestige-Objekt, der Tablet-PC, war zuvor dafür kritisiert worden, dass die Notizen nicht nahtlos mit der Bürosoftware verbunden werden konnten.

Doch Gates geht noch einen Schritt weiter: Er präsentierte die „Smart Personal Objects Technology (SPOT)“, die künftig Alltagsgegenstände wie Wecker, Schlüsselanhänger und Armbanduhren mit Microsoft-Leben füllen soll. Die Software soll diese Geräte intelligenter machen. Der Wecker wird nach Gates Vorstellungen morgens nicht nur klingeln, sondern auch Wetterdaten und Verkehrsstaus auf dem Weg zum Flughafen sowie die erwartete Fahrzeit anzeigen. Die Informationen bekommt der morgendliche Störenfried über eine drahtlose Verbindung ins Internet. Netter Nebeneffekt: Das Gehirn bleibt auf Schlaf programmiert, das Denken besorgt der Computer.

Und da passt es gut ins Bild, dass Microsoft auch Armbanduhren und Schlüsselanhänger mit intelligenter Software ausstatten will. Wenn die klugen persönlichen Objekte sich im Markt durchsetzen, hat Microsoft tatsächlich einen festen Platz im täglichen Leben der Konsumenten erobert – fern ab von der so beliebten Bürosoftware Microsoft Office und dem Betriebssystem Windows XP.

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