Wirtschaft : Billig essen und teuer tanken Wie Verbraucher auf

den Benzinpreis reagieren

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Wie werden Verbraucher reagieren, wenn der Ölpreis lange Zeit auf hohem Niveau bleibt? Den Urlaub streichen, nur noch Knäckebrot essen, um Geld zu sparen für das teure Heizöl und Benzin?

„Der Konsument ist ein gespaltenes Wesen“, sagt Konjunkturforscher Gernot Nerb vom Münchner IfoInstitut. Soll heißen: Was dem Deutschen besonders lieb ist – wie sein Auto und sein Urlaub – ist ihm auch weiterhin besonders viel Geld wert. Er werde lieber beim Einkaufen sparen, glaubt Nerb, und mit dem Auto öfter zu Aldi fahren. „Der Run auf Discounter wird wachsen.“

Verbraucher würden versuchen, weniger dringende Anschaffungen wie den neuen Kühlschrank hinauszuschieben, sagt Wolfgang Twardawa von der Gesellschaft für Konsumforschung. Um trotz hoher Benzinpreise den Lebensstandard zu halten, würden viele weniger Geld zur Bank tragen. „Die steigenden Ausgaben für Öl werden schon im nächsten Jahr dazu führen, dass die Sparquote zurückgeht“, sagt Twardawa. Noch gehören die Deutschen mit einer Quote von elf Prozent zur Weltspitze der Knauser. „Die steigenden Ausgaben für Öl werden schon im nächsten Jahr dazu führen, dass die Sparquote zurückgeht“, sagt er, „damit die Leute ihren Lebensstandard halten können“. Denn Leuten ohne Geld werde dagegen nichts anderes übrig bleiben, als noch mehr zu sparen.

Eine grundlegende Änderung des Konsumverhaltens erwarten Experten erst, wenn Energie ein bis zwei Jahre sehr teuer bleibt. Erst dann würden Verbraucher überlegen, kleinere, sparsamere Autos zu kaufen, sagt Nerb. Denn im Verhältnis zu den allgemeinen Lebenshaltungskosten ist der Ölpreis nur mäßig gestiegen. Die Lebenshaltung verteuerte sich seit 1980 um 76 Prozent, Öl gerade mal um ein Drittel. pet

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