Wirtschaft : Billig ist verdächtig

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Ob Fußmatte, Wasserwaage oder Medikament: Wer das Anfang April eröffnete Museum „Plagiarius“ in Solingen besucht, merkt schnell, dass Plagiate äußerlich den Originalen oft wie ein Ei dem anderen gleichen. Manchmal stimmen sogar Verpackung und Beschriftung mit denen des Originals überein. Dementsprechend schwer ist es, die billigen Kopien zu erkennen.

Rido Busse, der Initiator des Solinger Museums, rät deswegen: „Man sollte schon stutzig werden, wenn man ein Markenprodukt zu einem exorbitant niedrigen Preis entdeckt. Dann kann es eigentlich nur ein Plagiat sein.“ Gerade auf Flohmärkten, im Internet oder in Billigläden müsse man misstrauisch sein, sagt Busse. Wer ganz sichergehen will, sollte Qualitätsprodukte gleich im Fachhandel einkaufen.

Weitere Anhaltspunkte dafür, ob es sich um Original oder Fälschung handelt, können die Druckqualität der Verpackung oder Rechtschreibfehler in Markennamen und Produktbeschreibungen sein. So seien manche Plagiate von Armaturen des Sanitärausstatters Grohe mit dem Wort „Grohi“ gekennzeichnet, berichtet Busse. Auch unbekannte Prüfzeichen sollten Zweifel an der Echtheit eines Produkts wecken.

Wie gefährlich es sonst werden kann, auf ein Plagiat hereinzufallen, zeigt das Beispiel des Maschinenherstellers Stihl: Seine Motorsägen werden seit Jahren in China kopiert. „Bei den Plagiaten ist die Schutzhaube für das Sägeblatt schon beim Transport zu unserem Museum abgebrochen“, sagt Busse.

Wer mit Plagiaten Handel treibt , macht sich außerdem strafbar . Rechtlich unkritisch ist es dagegen, ein Plagiat für den privaten Gebrauch zu erwerben. „Wer aus dem Urlaub ein gefälschtes T-Shirt mitbringt, kann nicht belangt werden“, heißt es beim Zoll.jto

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