Wirtschaft : Billiger wird’s nicht mehr

Easyjet, Ryanair und Co. können sich weitere Preissenkungen kaum leisten

Heike Jahberg

Berlin - Der Wettbewerb auf dem Billigfliegermarkt ist hart. Für manche zu hart. „Auf lange Sicht werden maximal vier Anbieter überleben“, glaubt Jürgen Ringbeck von der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton. Air Berlin werde dazugehören, Easyjet, Ryanair und die Lufthansa, die über Condor und Germanwings im Billiggeschäft mitmischt.

Noch sind es 15 Gesellschaften, die sich auf dem Markt mit Billigtickets in Deutschland Konkurrenz machen. Sie fertigten im vergangenen Jahr rund 33 Millionen Fluggäste ab – gut ein Drittel mehr als im Vorjahr. Jeder fünfte Passagier reist mit einer Billigairline. Doch die Zeiten des rasanten Wachstums sind vorbei, glaubt die Unternehmensberatung McKinsey. Bis zum Jahr 2010 werde der Markt in Europa nur noch um rund 13 Prozent im Jahr steigen.

„Der Markt und die starke Konkurrenz lassen wenig Spielraum für Preissteigerungen“, meint Luftfahrtexperte Ringbeck. Doch das wäre nötig, um die Kosten zu decken. „Das Geschäft ist für viele Billiganbieter nicht profitabel“, warnt Ringbeck. Und jetzt machen auch noch die steigenden Kerosinkosten den Airlines zu schaffen. Aber auch billiger wird das Fliegen nicht mehr. „Die Preise sind am unteren Rand“, sagt Herbert Euler, Sprecher des Low-Cost-Carriers HLX.

Ob die Übernahme der dba durch Air Berlin zu Preissenkungen führen wird, könne man kaum sagen, glaubt Patrick von Braunmühl vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv): „Wie soll man die Auswirkungen einer solchen Fusion auf die Preise bewerten, wenn irreführende Preiswerbungen den Markt und die Preise diktieren?“

Gegen 13 Unternehmen – darunter Easyjet, Ryanair und Condor – sind die Verbraucherschützer jetzt wegen ihrer intransparenten Preisangaben vorgegangen. Der Vorwurf: Die Schnäppchenangebote, mit denen die Airlines werben, sind schnell vergriffen. Auch werden Steuern und Gebühren, die den Preis in die Höhe treiben, oft erst am Ende der Buchung erwähnt. Einen ersten Erfolg konnte der vzbv bereits erzielen. In einer einstweiligen Verfügung gab das Landgericht Düsseldorf LTU auf, die Werbung im Internet zu ändern.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben