• Billigflieger bescheren der Bahn hohe Verluste Spiegel: Neue Preise sind nicht allein Ursache des Kundenschwundes

Wirtschaft : Billigflieger bescheren der Bahn hohe Verluste Spiegel: Neue Preise sind nicht allein Ursache des Kundenschwundes

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Berlin (dpa). Das neue Tarifsystem der Bahn kann nach einem „Spiegel“Bericht kaum die Ursache für rückläufige Fahrgastzahlen im Fernverkehr sein. So hätten bis April zwei Drittel der Fahrgäste die neuen Preise nicht in Anspruch genommen, weil alte Bahncards noch gültig waren oder der neue Preis voll bezahlt wurde. Das zeigten Unterlagen für den Aufsichtsrat der Sparte DB Reise & Touristik, schreibt das Magazin.

Probleme habe es laut „Spiegel“ hingegen durch Billigangebote von Fluggesellschaften gegeben. Ein Konzernsprecher bestätigte diesen Eindruck. Die Billigflugangebote hätten sich „in der Preiswahrnehmung der Kunden bemerkbar gemacht“. Allerdings seien die billigen Flugtickets kaum verfügbar.

„Circa 80 Millionen Euro Erlösverlust“, so das Papier, verursachen bei der Bahn die billigen Flugtickets im Gesamtjahr. Allein der Businesszug „Metropolitan“ zwischen Hamburg und Köln habe jeden vierten Kunden verloren. Besonders heikel sei die Lage auf der Neubaustrecke Frankfurt-Köln. Die Auslastung der ICEs betrage nur 32 Prozent. Laut „Spiegel“ legte der innerdeutsche Luftverkehr im ersten Quartal 2003 um mehr als 15 Prozent zu, während der DB-Fernverkehr um rund sieben Prozent schrumpfte.

Unterdessen teilte die Bahn mit, dass das Schönes-Wochenende-Ticket bis zum 1. August unverändert 28 Euro kosten wird. Das sagte eine Bahn-Sprecherin. Unklar ist aber, ob es das Sonderticket, mit dem fünf Personen an Wochenenden in Nahverkehrszügen quer durch Deutschland fahren können, danach noch geben wird: Über den 1. August hinaus sei noch nicht entschieden, hieß es.

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