Billigflieger : Fusionieren Germanwings und Tuifly?

Gemeinsam gegen Air Berlin: Der Kölner Billigflieger Germanwings und der Ferienflieger Tuifly sprechen offenbar über eine mögliche Fusion. Sinkende Passagierzahlen machen Tui zu schaffen.

Frankfurt/MainEine entsprechende Vorabmeldung des "Manager Magazins" wurde in Branchenkreisen bestätigt. Der Zeitschrift zufolge könnte dann der Markenname Tuifly entfallen. Germanwings und Tuifly wollten den Bericht nicht kommentieren. Auch Lufthansa, die die Germanwings steuert, lehnte einen Kommentar ab.

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber hatte Mitte Oktober in Kairo auf die Frage, ob Tuifly unter dem Dach der Lufthansa einen Platz finden könne, mit einem klaren "Nein" geantwortet. Dies ließ jetzt Spekulationen aufkommen, Germanwings und Tuifly könnten auch in einer ganz anderen Konstruktion zusammenfinden. Die Gespräche stehen aber erst ganz am Anfang, hieß es. Ende Oktober hatte Mayrhuber betont, er habe kein Interesse an einem Zukauf für Germanwings. Stattdessen solle das Unternehmen aus eigener Kraft weiter wachsen.

Tui kämpft mit sinkenden Passagierzahlen

Europas größter Tourismuskonzern Tui denkt bereits länger über eine neue Strategie für das deutsche Fluggeschäft nach. Hintergrund ist, dass unabhängige Reiseveranstalter nur ungern ihre Angebote mit dem Flugangebot koppeln wollen, auf dem das Logo eines Konkurrenten steht. Die Auslastung der Maschinen war zuletzt so deutlich zurückgegangen, dass die Zahl der Flugzeuge in der kommenden Sommersaison reduziert werden soll.

In der Branche ist derzeit viel Bewegung. Zuletzt war die deutsche Nummer zwei, der Billigflieger Air Berlin, kräftig auf Einkaufstour gegangen. Mit der Übernahme des Geschäftsreisefliegers DBA und der Ferienflieger LTU und Condor war Air Berlin dichter an den Platzhirschen Lufthansa gerückt. Europas größter, aber wenig profitabler Reisekonzern Tui hatte die konzerneigene Chartergesellschaft Hapagfly und die Billigfluglinie Hapag-Lloyd Express (HLX) Anfang des Jahres zu Tuifly verschmolzen und damit die neue Nummer drei auf dem deutschen Markt geschaffen. Die Ende 2002 gegründete Germanwings steuert vor allem Ziele in Deutschland und Europa an. An der Muttergesellschaft Eurowings ist die Lufthansa knapp zur Hälfte beteiligt. (mit dpa/AFP)

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