Billigflieger : Ryanair enttäuscht die Märkte

Der Billigflieger Ryanair schafft dank sinkender Kerosinpreise einen Gewinnsprung – der Ausblick fällt aber schwach aus.

Dublin/Frankfurt am Main - Trotz eines Gewinnsprungs sind Ryanair-Aktien am Montag eingebrochen. Die Titel des Billigfliegers fielen an der Dubliner Börse um bis zu 12,3 Prozent, nachdem sich das Unternehmen skeptisch zu den Geschäftsaussichten geäußert hatte. DZ- Bank-Analyst Christian Douglas zeigte sich verwundert über die heftige Marktreaktion. Umsatz und Gewinn im ersten Quartal seien zwar niedriger ausgefallen, als der Durchschnitt der Analysten erwartet habe. Dass Ryanair nun aber nur noch einen Gesamtjahresgewinn am unteren Ende der angepeilten Spanne von 200 bis 300 Millionen Euro erwarte, komme nicht überraschend. Schließlich habe Firmenchef Michael O’Leary vor kurzem gewarnt, dass das Schlimmste noch bevorstehe. Im Sog des Ryanair-Kursrutsches gerieten auch die übrigen Fluggesellschaften unter Druck.

Europas größter Billigflieger war zuletzt dank niedrigerer Treibstoffkosten und mehr Fluggästen wieder in die Gewinnzone geflogen. Allerdings blieben die Umsätze zum Start in das neue Geschäftsjahr (31. März) nahezu unverändert. Die vorsichtige Gewinnprognose begründete das Unternehmen mit der anhaltenden Wirtschaftskrise. „Die Branche geht durch schwere Zeiten, und Ryanair wird als einzige Airline in Europa in diesem Jahr Gewinn machen“, sagte das Unternehmen voraus. Zwischen April und Juni war der Überschuss um 115,5 auf 136,5 Millionen Euro gestiegen. Dieses Plus von 550 Prozent sei aber ein verzerrtes Bild, da in diesem Zeitraum die Treibstoffkosten um 42 Prozent niedriger als im Vorjahr lagen, sagte O’Leary. Wegen der Wirtschaftskrise hatte Ryanair im vergangenen Geschäftsjahr mit einem Minus von 169 Millionen Euro erstmals rote Zahlen geschrieben.

Ryanair erneuerte seine Kritik an der Passagierabgabe, die ab November in Großbritannien von zehn auf elf Pfund (12,70 Euro) erhöht wird. Irland hatte im April eine entsprechende „Passagiersteuer“ von zehn Euro eingeführt. Ryanair hatte daraufhin angekündigt, seine Flüge von London-Stansted im Winter drastisch zusammenzustreichen. Die irische und die britische Regierung sollten den Beispielen anderer europäischer Länder folgen, die diese Steuern abgeschafft und Flughafengebühren verringert hätten, um den Tourismus anzukurbeln, forderte die irische Fluggesellschaft. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar