Bio-Qualität : Öko-Produkte längst Mainstream-Ware

Bio-Produkte werden in Deutschland längst nicht mehr nur von ökologisch engagierten Kunden gekauft, sondern sind zur Mainstream-Ware geworden. Nach einer Umfrage ist Bio-Qualität nicht nur bei Nahrungsmitteln gefragt.

Berlin/Bonn - Es gibt immer mehr Käufer von Bio-Produkten, denen es vor allem um eine gesundheitsbewusste Lebensführung geht und weniger um politische oder weltanschauliche Zielsetzungen. Zudem geht das breite Interesse an Bio-Produkten inzwischen weit über Nahrungsmittel hinaus und erstreckt sich auch auf andere Produkte wie Kosmetika, Textilien oder Möbel. Dies geht aus zwei veröffentlichten Untersuchungen hervor.

Wie aus einer gemeinsamen Umfrage des Forsa-Instituts und der Kommunikationsagentur fischerAppelt hervorgeht, achtet inzwischen rund die Hälfte der Verbraucher (51 Prozent) auch bei anderen Produkten als Lebensmitteln auf die nachweislich ökologische Herkunft. Für 13 Prozent ist dies ein "sehr wichtiges" Kaufkriterium bei anderen Produkten als Lebensmitteln, für 38 Prozent ein "wichtiges" Kriterium, ergab die vom Deutschen Naturschutzring (DNR) in Berlin veröffentlichte Studie. Bei Lebensmitteln sind es mit 64 Prozent sogar fast zwei Drittel. "Bio ist heute Mainstream und schick", sagte der Experte Martin Dohmen von fischerAppelt.

Nahrungsmittelskandale fördern Trend zu Bio

"Waren es früher eher ökologisch interessierte Nischenkäufer, die Bio-Produkte konsumierten, so sind es heute ebenso die ernährungs- und gesundheitsbewussten Mainstreamkäufer", lautet auch das zentrale Ergebnis einer weiteren Studie der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) sowie der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP). So entscheiden sich demnach etwa 50 Prozent der Kunden deshalb für Bio-Nahrung, weil sie sie für "gesünder" halten. Der Trend zu ökologischen Nahrungsmitteln wird der Untersuchung zufolge unter anderem auch durch die jüngsten Nahrungsmittelskandale gefördert. Zudem ließen mit der Globalisierung verbundene Ängste die Nachfrage nach regional erzeugten Lebensmitteln wachsen.

Die Umfrage von Forsa und fischerAppelt zeigt allerdings auch, dass es in erster Linie die Besserverdiener sind, die sich Bio-Produkte leisten können: Von den Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von mindestens 3000 Euro monatlich greifen 71 Prozent zu solchen Lebensmitteln, bei solchen mit weniger als 1000 Euro sind es 57 Prozent. Für die Umfrage wurden 1000 Bundesbürger ausgewählt, die in ihrem Haushalt für den Einkauf verantwortlich sind. (tso/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar