Wirtschaft : Biodiesel, Pflanzenöl, Erdgas – welche Alternativen sich lohnen

Benzin und Diesel kann man oft durch günstigere Kraftstoffe ersetzen – teilweise sogar ohne teure Umrüstung

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Berlin Werden Benzin und Diesel teurer, rücken alternative Kraftstoffe wieder stärker ins Bewusstsein der Verbraucher. Kurzfristig kommen vor allem Biodiesel und Pflanzenöl als Ersatz in Frage. Längerfristig können sich durchaus auch ein neues Fahrzeug mit anderer Antriebstechnik oder eine Umrüstung lohnen. Diese Möglichkeiten bestehen:

BIODIESEL

Der Kraftstoff wird vor allem aus Raps gewonnen. In der Produktion ist er zwar teurer als herkömmlicher Diesel. Weil Biodiesel aber nicht unter die Mineralölsteuer fällt, ist er an der Tankstelle günstiger: Derzeit beträgt der Unterschied durchschnittlich 20 Cent je Liter. In Berlin können Autofahrer laut Bundesverband Erneuerbare Energien sogar 25 Cent sparen. Der große Vorteil: Auch normale Dieselmotoren vertragen Biodiesel als Beimischung. Bevor man den Treibstoff jedoch in Reinform nutzen möchte, muss dafür eine Freigabe des Fahrzeugherstellers vorliegen; mit Partikelfilter geht das nicht. Kleiner Wermutstropfen: Biodiesel ist nicht so leistungsstark, man muss also häufiger tanken.

BIOETHANOL

In Deutschland gibt es bereits zwei Produktionsanlagen. Der Treibstoff wird aus Getreide hergestellt und kommt in Ottomotoren als Benzinersatz zum Einsatz, zum Beispiel als 85-prozentige Beimischung. In Brasilien ist Bioethanol weit verbreitet, in Deutschland wurde das erste Fahrzeug im August vorgestellt.

PFLANZENÖL

Ältere Dieselmotoren kann man problemlos mit Pflanzenöl betanken, bei neueren nur mit Umrüstung. Pflanzenöl gibt es an speziellen Tankstellen (65 Cent je Liter), man kann aber auch Salatöl verwenden. In jedem Fall sollte man zuvor bei einem Fachmann Rat einholen. Teilweise muss normaler Diesel hinzugefügt werden.

ERDGAS

Ein Kilogramm Erdgas kostet im Durchschnitt 75 Cent. Das entspricht laut Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft einem Benzinpreis von 53 Cent je Liter. Der Grund für den Unterschied: Erdgas ist an der Tankstelle wegen seiner guten Umwelteigenschaften und des geringen CO2-Ausstoßes steuerfrei. Allerdings ist eine komplette Umrüstung des Motors nötig, außerdem nimmt ein Erdgastank relativ viel Platz ein. Auch die Reichweite lässt zu wünschen übrig: Derzeit kommen Erdgasautos mit einer Tankfüllung maximal 400 Kilometer weit. awm

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