BioFach 2007 : Warnung vor Globalisierung des Bio-Handels

Mit Warnungen vor einer zunehmenden Globalisierung des Bio-Handels ist in Nürnberg die BioFach 2007 eröffnet worden. Steigender Preisdruck könnte sich in der Qualität der Produkte niederschlagen.

Nürnberg - "Weltweiter Handel mit Bio bedeutet auch eine weltweite Transportkette, mehr Emissionen und höheren Energieverbrauch", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Gerd Müller (CSU). Man müsse die Spirale hin zu immer billigeren Angeboten durchbrechen. "Wir brauchen weltweite Standards und faire Preise", sagte Müller.

Die EU-Kommissarin für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Mariann Fischer Boel, sprach sich für ein europäisches Logo für alle Bio-Produkte aus, die in der Europäischen Union hergestellt werden. Auch Importware, die nach denselben Standards produziert werde, könne dieses Siegel erhalten. Die bisherige Vielfalt der Gütezeichen verwirre die Verbraucher, sagte die EU-Kommissarin. Sie kündigte eine Aufklärungskampagne noch in diesem Sommer an. "Es geht um Klarheit für die Konsumenten", sagte sie. Alle Erzeugnisse müssten hohen Standards genügen. Auch der Präsident des internationalen Branchenverbandes IFOAM, Gerald A. Herrmann, warnte vor einem Verlust an Glaubwürdigkeit der Bio-Branche. Durch den Einstieg internationaler Konzerne in den Markt wachse der Preisdruck.

Auf der BioFach präsentieren bis zum Sonntag 2455 Aussteller aus 80 Ländern ihre Produkte. Die Veranstalter rechnen mit mehr als 38.000 Fachbesuchern. "Bio nimmt weiter an Fahrt zu", erklärte Müller. Die Branche steigerte ihren Umsatz in Deutschland 2006 um 16 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Für die Landwirte ergäben sich dadurch neue Gelegenheiten. Auch der Einstieg der Discounter in das Bio-Angebot an Lebensmitteln sei eine große Chance für die Branche. Man dürfe aber nicht vergessen, dass die ökologische Erzeugung ihre Wurzeln in der Region habe. "Bio darf nicht zur anonymen Ware werden." (tso/dpa)

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