Wirtschaft : BIOGAS: Holz und Mist mit Tücken

Biomasse ist der weltweit wichtigste Energieträger – vor allem, weil in vielen Entwicklungsländern mit Kuhfladen geheizt wird. In Deutschland ist Strom aus Mist und Abfall die zweitwichtigste alternative Quelle, sie liefert 5,5 Prozent des gesamten Bedarfs. Aus Biomasse lassen sich sowohl Strom als auch Wärme oder Treibstoff erzeugen, in Kraft-Wärme-Anlagen kann man dies sogar kombinieren. Zudem ist diese Art der Stromproduktion unabhängig von Wind und Wetter. Angesichts der üppigen Förderung ist die Zahl der Biogas-Anlagen aber regelrecht in die Höhe geschossen, in den vergangenen zehn Jahren hat sie sich auf beinahe 6000 nahezu verzehnfacht. Kein Wunder, werden Biogas-Anlagen doch fast ebenso stark subventioniert wie Solarzellen. Zudem werden sie überwiegend mit Mais betrieben – was Umweltschützern und Politikern sauer aufstößt. Denn zum einen sind so in der Landwirtschaft große Monokulturen entstanden, nicht eben zum Nutzen der ökologischen Vielfalt. Zum anderen ist es politisch heikel, Mais zu vefeuern, statt damit Menschen und Tiere zu ernähren. Wegen der gestiegenen Nachfrage nach dem Getreide hat der Preis in den USA nun schon einen Rekord von 300 Dollar pro Tonne erreicht. „Die verfügbare Biomasse lässt sich nicht beliebig steigern“, warnt daher Manuel Frondel, Energieexperte beim Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI). Zudem sei die landwirtschaftlich nutzbare Fläche begrenzt. „Man kann deshalb vom Biogas keine Wunder erwarten.“ brö

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