Wirtschaft : Biotech-Aktien schneiden besser ab als Medienwerte

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EM.TV, Brokat und jetzt auch Kinowelt - ein Jahr nach dem großen Hype sehen die Helden des Neuen Marktes ziemlich blass aus. Anders die Biotech-Branche: Auch sie hat im vergangenen Jahr ungeahnte Gipfel erreicht. Der allgemeine Börsenboom war durch die Euphorie nach der Entschlüsselung des menschlichen Genoms nochverstärkt worden - was Biotech-Aktien nach oben getrieben hat. Auch diese Branche hat Saison-Stars hervorgebracht wie MWG Biotech, Genescan oder Plasma Select, die jetzt ins Straucheln geraten sind. Sie wird eine Konsolidierung erleben. Aber im Vergleich der Branchen-Indizes am Neuen Markt schneiden Biotech-Werte dennoch besser ab als die Internet- oder Medienwerte.

Das liegt vor allem daran, dass Investoren sich hier - anders als bei vielen Internet-Firmen - vorstellen können, was die Branche treibt. "Die Investoren wissen, worauf sie sich einlassen", sagt GZ-Bank-Analyst Patrick Fuchs. Das Business-Modell der meisten Biotech-Firmen sei von Pharma-Firmen seit Jahrzehnten bekannt. Wenn die Firmen eigene Medikamente entwickelten, wie Medigene oder GPC, sei der Fortschritt auch für Außenstehende nachvollziehbar. Es dauert zwar Jahre, bis das Produkt auf dem Markt ist - was Anlegern lange nicht bewusst war. Dafür können diese Firmen dank gut gefüllter Kassen noch eine Weile durchhalten. Andere Biotech-Firmen, die schon Produkte auf dem Markt haben, wie Codon, verdienen zwar noch nicht viel, verbrennen aber auch nicht so viel Geld wie Internet-Firmen.

Die Biotech-Industrie profitiert zudem von der derzeitigen Schwäche der Pharma-Industrie: Da viele Arznei-Patente auslaufen, steht die Branche unter großem Druck, neue Medikamente zu entwickeln. Dabei ist sie auf die Hilfe der Biotech-Firmen angewiesen, die mit ihren Technologien "Big Pharma" schneller ans Ziel führt.

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