Wirtschaft : Biotech: Interview: "Die fundamentalen Daten stimmen"

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Dirk Schlamp ist Biotech-Analyst der DG Bank.

Herr Schlamp, wie ist das Börsenumfeld für die Biotechnologie?

Am Anfang waren die Biotech-Werte relativ resistent, während der Markt insgesamt an Boden verlor. Erst in den letzten Wochen ist auch die Biotechnologie stark unter Druck geraten. Die Prämie, die die Unternehmen am Anfang genossen, ist abgebaut. Inzwischen notieren einige Titel deutlich unter ihrem Marktpreis.

Im letzten Jahr sind rund zehn Biotech-Unternehmen an die Börse gegangen, in diesem Jahr nur eins. Werden die Firmen im zweiten Halbjahr wieder mutiger?

Das glaube ich nicht. Der Markt ist für Börsengänge zurzeit nicht aufnahmefähig. Investoren sind nicht bereit, Aktien zu kaufen, die Bewertung ist zu ungünstig. Und auch die Unternehmen warten, bis die Aussichten am Markt wieder besser sind.

Wovon hängt das ab?

Das wird vor allem daran hängen, wie sich die Hightech-Werte entwickeln. Die Investoren schauen jetzt verstärkt auf die Fundamentaldaten. Sollten die sich positiv verändern, werden auch Biotech-Unternehmen dem Trend folgen.

Welche Folgen hat das schlechte Börsenumfeld für die Entwicklung der Biotech-Branche?

Für die Entwicklung ist wichtig, dass sich das Börsenumfeld dreht. Die Unternehmen brauchen viel Kapital. Die Börse ist eine optimale Finanzierungsquelle, Aktien können als Akquisitionswährung eingesetzt werden. Wenn das Marktumfeld weiter so schlecht bleibt, werden Übernahmen sehr schwer. Das Wachstum der Branche wird sich dann insgesamt abschwächen.

Wie schätzen Sie die Branche ein?

Biotech-Unternehmen sind oftmals sicherer als Software-Firmen. Die fundamentalen Daten stimmen.

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