Wirtschaft : Biotechfirmen vor Großfusion?

Spekulationen heizen die Börsenkurse an

Frankfurt am Main/Berlin - Spekulationen um eine Fusion zweier Biotech- Investments des SAP-Mitbegründers Dietmar Hopp haben am Mittwoch den gebeutelten Papieren von GPC Biotech zu Kurssprüngen verholfen. „Die Zeit“ hatte berichtet, in der stark zersplitterten deutschen Biotechnologie-Branche bahne sich zwischen GPC Biotech und Wilex eine Fusion an. Bis zum Börsenschluss zogen GPC Biotech-Aktien um mehr als 82 Prozent auf 3,38 Euro an.

Gerüchte dieser Art sind nicht neu. Hopp hatte mehrfach betont, die deutsche Biotech-Szene bedürfe größerer Einheiten, um international mithalten zu können. Einen Kommentar wollten gestern weder Hopp noch die genannten Unternehmen abgeben. GPC war im vergangenen Jahr mit der Zulassung seines Hoffnungsträgers, eines Krebsmittels, gescheitert. Der Aktienkurs war eingebrochen und hatte die ganze Branche in Mitleidenschaft gezogen, die jetzt dringend auf gute Nachrichten angewiesen ist.

Nach Ansicht der Unternehmensberatung Ernst & Young könnte die deutsche Biotechnologie-Branche in diesem Jahr einen Sprung nach vorne machen. Entscheidend dazu beitragen könnten sechs Firmen, darunter auch die Berliner Jerini AG, deren entwickelte Medikamente sehr gute Chancen hätten, noch 2008 zumindest in Europa die Marktzulassung zu erhalten. „Das würde für die Unternehmen einen signifikanten Durchbruch bedeuten“, sagte Julia Schüler von Ernst & Young bei der Vorlage des Biotechnologie-Reports 2008 am Mittwoch in Frankfurt. Gestützt wurden die deutschen Biotechfirmen 2007 auch durch millionenschwere Engagements privater Investoren wie Hopp. Dagegen fällt die Börse als Finanzierungsquelle praktisch aus.

2007 kletterten die Umsätze der knapp 400 Biotechfirmen um sechs Prozent auf mehr als eine Milliarde Euro. Gleichzeitig stiegen auch die Verluste um sieben Prozent auf 665 Millionen Euro. ro/dpa/pet

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