• Biotechnikfirma Qiagen kauft Operon: Bisher größte Akquisition eines deutschen Biotech-Unternehmens in den USA

Wirtschaft : Biotechnikfirma Qiagen kauft Operon: Bisher größte Akquisition eines deutschen Biotech-Unternehmens in den USA

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Mit ihrer bisher größten Akquisition will die Qiagen NV ihre Marktposition in der Nukleinsäure-Chemie weiter ausbauen. Für rund 110 Millionen Dollar in eigenen Aktien erwirbt das Biotech-Unternehmen die amerikanische Operon Technologies, einen führenden Hersteller von Oligonukleotiden und synthetischen Genen. Bisher dominierend in der Isolierung und Reinigung von Nukleinsäuren, avanciert Qiagen damit auch zu einem maßgeblichen Anbieter von künstlicher DNA.

Desoxyribonukleinsäure (DNA), das bekannteste Molekül in der Gruppe der Nukleinsäuren, ist Träger der Erbinformationen beim Menschen. Kurze synthetische DNA-Abschnitte, auch Oligonukleotide genannt, werden zunehmend in der Genomforschung und Gen-Analyse benötigt. Mit ihrer Hilfe kann die nicht bekannte Struktur natürlicher DNA ermittelt werden, unter anderem indem man die Oligonukleotide auf sogenannten Biochips aufbringt.

Qiagen schätzt, dass der derzeit etwa 150 Millionen Dollar große Weltmarkt für diese Produkte jährlich um etwa 50 Prozent expandiert und damit zu den am schnellsten wachsenden Teilbereichen der Molekularbiologie gehört. Operon erwartet für das laufende Jahr mit 120 Mitarbeitern einen Umsatz von gut 20 Millionen Dollar. Die Akquisition wird nach Erwartung des Qiagen-Managements bereits unmittelbar zum Umsatzwachstum und Ertrag beitragen. Einschließlich der voraussichtlich ab Jahresmitte konsolidierten Operon erwartet Qiagen für das Jahr 2000 Erlöse von etwa 200 Millionen Dollar nach 144 Millionen Dollar im Vorjahr. Das Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden und Hauptquartier in Hilden bei Düsseldorf gehört zu den führenden europäischen Biotechfirmen und mit einer Marktkapitalisierung von 5,6 Milliarden Euro zugleich zu den Schwergewichten am Neuen Markt.

Für die Integration von Operon rechnet Qiagen mit einem einmaligen Aufwand von vier Millionen Dollar. Bereinigt um diesen Effekt soll Operon im laufenden Jahr rund vier Cents und 2001 rund 13 Cents zum Qiagen-Gewinn je Aktie (1999: 0,36 Dollar) beitragen. "Das ist eine wahnsinnig profitable Geschichte", sagt Qiagen-Finanzvorstand Peer Schatz. Er geht davon aus, dass Operon dank der starken Technologie bereits in naher Zukunft zum führenden Hersteller hochwertiger Oligonukleotide in den USA avanciert und mit Hilfe der Vertriebsstärke von Qiagen mittelfristig auch in Europa eine Führungsrolle übernehmen kann. Die Transaktion ist zugleich die bisher größte Akquisition eines deutschen Biotech-Unternehmens in den USA.

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