Wirtschaft : Biotechnologie geht das Geld aus

Berliner Medizintechnikfirma Eckert & Ziegler legt Sparte auf Eis

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Berlin (pet). Der Vorstandsvorsitzende der Berliner Medizintechnikfirma Eckert & Ziegler, Andreas Eckert, gibt der Biotechnologie in Deutschland keine Chance mehr. „Die Biotechnologie ist tot“, sagte Eckert am Montag. Bei der Pflanzenbiotechnologie („grüne Gentechnik“) würden die Felder von Gegnern zerstört, bei der medizinischen („roten“) Biotechnologie sei es derzeit nicht möglich, Kapital zu akquirieren.

Die rote Biotechnologie, die unter anderem das Ziel hat, neue Medikamente zu entwickeln, braucht viel Kapital. Aufgrund des schwierigen Marktumfeldes in Deutschland können Firmen an der Börse derzeit kein Geld bekommen. Auch Risikokapitalgeber sind nach einigen Enttäuschungen bei der Produktentwicklung sehr vorsichtig geworden und konzentrieren sich lieber auf ihre bestehenden Beteiligungen.

Auch Eckert & Ziegler ist es im vergangenen Jahr nicht gelungen, Partner für die Finanzierung seiner Biotechprojekte in der Immunologie zu finden. Mangels frischen Kapitals wurden sie vorerst auf Eis gelegt.

Insgesamt ist Vorstandschef Eckert mit dem vergangenen Jahr aber zufrieden. „Wir haben eine deutliche Verbesserung des Ergebnisses und stabile Umsätze erreicht“, sagte Eckert. 2003 lag der Umsatz des Spezialisten für medizinische und industrielle Strahlentechnik mit 29,2 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahresstand (31,2 Millionen Euro). Negativ wirkte sich der schwache Dollarkurs aus – das Unternehmen macht zwei Drittel seiner Umsätze in den USA. Das Betriebsergebnis stieg trotzdem auf rund 2,1 Millionen Euro (Vorjahr: 1,9 Millionen Euro).

Der Cash-Flow blieb mit 63 Prozent auf vergleichsweise hohem Niveau, obwohl 2003 im Vergleich zum Vorjahr keine öffentliche Fördermittel geflossen sind. Erstmals hätten auch die Aktionäre von der Aufwärtsentwicklung profitiert, sagte Eckert. Der Gewinn pro Aktie stieg um 153 Prozent auf 0,28 Euro. In diesem Jahr will Eckert den Umsatz vor allem dank Zukäufen um 20 Prozent steigern. Vier kleinere Firmen oder Beteiligungen wurden seit Jahresbeginn gekauft, weitere sollen folgen.

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