Biotechnologie : Jerini legt tiefrote Zahlen vor

Das Berliner Biotechunternehmen Jerini hat das vergangene Geschäftsjahr mit einem deutlichen Minus abgeschlossen. Der Umsatz ging 2008 um fast 70 Prozent auf 4,4 Millionen Euro zurück.

Yasmin El-Sharif

Zugleich sei der Verlust auf 47,5 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Im Vorjahr hatte der Fehlbetrag noch bei 29,1 Millionen Euro gelegen. Das Unternehmen erklärte das Ergebnis in erster Linie mit einer Einmalzahlung, die es im Rahmen eines Aufhebungsvertrags mit dem Pharmakonzern Abbott erhalten hatte.

Im August 2008 war Jerini von dem britischen Unternehmen Shire für rund 370 Millionen Euro gekauft worden. Den Preis für die Übernahme hofft Shire nun durch das Jerini-Medikament Firazyr wieder einspielen zu können, das im Herbst vergangenen Jahres auf den Markt gekommen war. Firazyr ist ein Mittel gegen das vererbbare Angio-Ödem, eine Krankheit, die schmerzhafte Schwellungen an Händen und Füßen sowie lebensbedrohliche Erstickungsanfälle bewirken kann. Weltweit haben Ärzte dieses Leiden bei rund 10.000 Menschen diagnostiziert. Den Angaben von Montag zufolge trug Firazyr im vergangenen Jahr mit 400 000 Euro zum Umsatz bei.

Jetzt wolle man die Vertriebsstrukturen weiter verbessern, um Firazyr weltweit auf den Markt zu bringen, erklärte das Unternehmen weiter. Firazyr wird bislang in Deutschland, Österreich, Spanien, Griechenland, Dänemark, Luxemburg und in Großbritannien verkauft. Auch in Frankreich, Italien, Norwegen und Belgien ist das Medikament bereits über spezielle Patientenprogramme erhältlich.

Neben Jerini legte am Montag mit Mologen ein weiteres Berliner Biotechunternehmen Zahlen vor. Der Jahresfehlbetrag konnte auf 6,1 Millionen Euro verringert werden nach 6,5 Millionen Euro im Vorjahr. Wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis hätten hohe Entwicklungskosten gehabt, teilte Mologen mit. Der Finanzmittelbestand lag bei rund 3,3 Millionen Euro nach acht Millionen Euro im Vorjahr.

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