Wirtschaft : Bis zum bitteren Ende

Heike Jahberg

Eines ist gewiss: In der Rentenversicherung kann es so nicht weitergehen. Schon jetzt ist das Geld knapp, aber die heutigen Finanznöte sind ein Kinderspiel verglichen mit dem, was noch kommt. Denn: Die Deutschen werden einfach zu alt. Beweise gefällig? Bitteschön: Wer 1960 in Rente ging, weil er erwerbsunfähig war oder die Altersgrenze erreicht hatte, bekam im Schnitt 9,9 Jahre lang Rente. Das „durchschnittliche Wegfallsalter“ – Hauptgrund: Tod – ereilte die Versicherten statistisch gesehen mit 68,3 Jahren. Heute liegt das „Wegfallsalter“ bei 76. Aber es kommt noch schlimmer für BfA & Co: Demografen haben ausgerechnet, dass 65-jährige Männer, die im Jahr 2030 in Rente gehen, dann noch 18,4 Lebensjahre vor sich haben, Frauen sogar 22,6 Jahre.

Rentenexperten empfehlen daher, die Lebensarbeitszeit auszudehnen. Wer länger lebt, soll auch länger arbeiten. Fast jeder ist für die „Rente mit 67“. Würde man den Rentenbeginn von 65 auf 67 verschieben, könnte man die Rentenbeiträge um 0,6 Beitragspunkte senken. Vereinzelt wird auch über die „Rente mit 70“ nachgedacht. Aber warum wagt sich eigentlich niemand an die ganz große Reform, die „Rente mit 80“? Dabei würde die – nur mal so hochgerechnet – die Rentenbeiträge um 4,5 Punkte drücken. Bei der „Rente mit 99“ läge der Beitragssatz sogar nur noch bei rund zehn Prozent, bei der „Rente mit 109“ müssten wir gar keine Beiträge mehr zahlen: Dann läge das Eintrittsalter über dem „Wegfallsalter“. Rente bekäme dann zwar so gut wie keiner mehr, aber alle Finanzprobleme wären gelöst.

denkt über die Zukunft der Rente nach

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben