Bitkom : Hightech ist gefragt

Bitkom erwartet stabile Entwicklung: Trotz der tiefen Wirtschaftskrise mit einem Rekordminus beim Bruttoinlandsprodukt gehen die deutschen Hightech-Firmen von stabilen Geschäften in diesem Jahr aus.

Carsten Brönstrup

Berlin„Es läuft in der Hightech-Branche weiterhin deutlich besser als in den meisten anderen Wirtschaftszweigen“, sagte Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Bitkom, dem Tagesspiegel. Das gesamte Marktvolumen werde in diesem Jahr bei etwa 145 Milliarden Euro liegen und damit auf dem Niveau des Vorjahres stagnieren.

Das Statistische Bundesamt hatte kürzlich erklärt, dass die Wirtschaft im ersten Quartal um 3,8 Prozent geschrumpft sei, so deutlich wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik. Die wichtigste Ursache sehen Experten im Einbruch der Industrie und der Investitionen, da kaum noch Aufträge aus dem Ausland kommen. In der Computer- und Kommunikationsbranche liegen die Dinge etwas anders. Die Lage ist offenbar bei allen Unternehmen in der Branche besser als im Durchschnitt. „Wir gehen davon aus, dass wir über alle Segmente hinweg im Jahr 2009 nicht wachsen werden“, sagte Bitkom- Chef Rohleder. Viele Branchen wären froh, wenn sie in diesen Zeiten Stagnation vermelden könnten. Der Bitkom steht für Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien und vertritt 1200 Unternehmen in Deutschland.

Als einen wichtigen Impuls sieht Rohleder die Branchenmesse Cebit. „Sie hat uns im Frühjahr viel Schwung gegeben.“ Zugleich habe sich aber das konjunkturelle Umfeld verschlechtert. „Diese beiden Trends gleichen sich weitgehend aus.“ Jeden Monat befragt der Verband einen Teil seiner Mitglieder, um sich ein Bild von der Lage zu verschaffen. „Etwa jedes zweite Unternehmen spürt die Krise bislang kaum“, berichtete Rohleder.

Auch auf dem Arbeitsmarkt für Hightech-Kräfte werde es voraussichtlich „eine weitgehend stabile Situation“ geben, sagte Rohleder. „Ein Drittel der Unternehmen plant Neueinstellungen, ein Drittel plant keine Veränderungen, ein Drittel muss Stellen abbauen.“ In der Informations- und Kommunikationsbranche arbeiten bundesweit rund 830 000 Beschäftigte, sie zählt damit zu den wichtigsten Branchen im Land.

Als Grund für die stabile Lage verweist Rohleder auf den Trend zum Outsourcing von Unternehmensleistungen, der vor allem in Krisenzeiten stark sei. „Die Unternehmen senken ihre Kosten im Bereich Software- und IT-Services. Der Einsatz neuer Technik ist eines der am schnellsten wirksamen Instrumente“, sagte Rohleder. „Dadurch sparen die Anwender Geld, gewinnen Liquidität und steigern gleichzeitig ihre Leistungsfähigkeit.“ Carsten Brönstrup

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