Wirtschaft : Bitteres Ergebnis bei Bahlsen

Snackhersteller erzielte 1997 Verlust / Folge der Restrukturierung HANNOVER (vst/HB).Die Bahlsen KG, Hannover, führender Anbieter von Dauerbackwaren und Snackprodukten, hat in der Konzernrechnung 1997 mit einem Verlust von rund 20 Mill.DM nach Steuern abgeschlossen.Dies teilte Werner M.Bahlsen, Sprecher der Geschäftsführung, am Dienstag mit.1996 hatte das Unternehmen noch einen Jahresgewinn von 10,4 Mill.DM präsentiert.Eigentlich wollte Bahlsen die Rendite 1997 kräftig steigern.Bei schwacher Marktentwicklung - alle westeuropäischen Märkte stagnieren - habe man ein Restrukturierungsprogramm verwirklicht, neue Vertriebsorganisationen aufgebaut sowie Aufwendungen für Innovationen und Beratungen getätigt, sagte Bahlsen.Die geplante Ausgliederung der Informationstechnologie sowie Teile der Finanz-, Einkaufs- und Auftragsabwicklung an die Unternehmensberatung Andersen Consulting, Sulzbach, scheiterte Anfang 1998 an den Preisforderungen von Andersen.Für die Informationstechnologie wird weiter nach einem externen Partner gesucht.Das Ergebnis 1997 wurde auch dadurch belastet, daß sich der Aufwand für die Schließung des Werks Hamburg um die Jahreswende 1996/97 größer darstellte als geplant.Veranschlagt waren 15 Mill.DM.Insgesamt sei der Ergebniseinbruch größer als erwartet ausgefallen, sagte Bahlsen.Der Absatz sank 1997 mengenmäßig um 3,8 Prozent.Dabei spielte mit, daß das Sortiment mit dem Ziel der stärkeren Konzentration auf bestimmte Marken gestrafft wurde.So habe man bei Süßgebäck im Inland 54 Artikel oder ein Drittel der Gesamtzahl gestrichen, was jedoch nur eine Mengeneinbuße von 10 Prozent bedeutete.Allein mit dem traditionsreichen "Leibniz-Keks" beträgt der Umsatz knapp 100 Mill.DM.Der Gesamtumsatz sank 1997 um ein Prozent auf 1,96 Mrd.DM, bei einem Auslandsanteil von rund 50 (Vorjahr: 47,6) Prozent.Dabei fiel der Umsatz im Inland um drei Prozent, im Ausland legte er dagegen um zwei Prozent zu.Zufrieden sei man mit der Entwicklung in Osteuropa.So stieg der Umsatz in Polen um 24 Prozent auf 164 Mill.DM.Die Investitionen sanken 1997 auf 97 (132) Mill.DM.Man habe keine größeren Projekte gestrichen.Die Zahl der Mitarbeiter ist um 200 auf 9000 Beschäftigte, davon 5000 im Inland, gesunken.Für 1998 sei man zuversichtlich, mit Gewinn abzuschließen, sagte Bahlsen.

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